Blues im Kranhaus: Ganz nah dran an den Künstlern

„Two of Us – Plus“ eröffneten mit Coverversionen und ungewöhnlichen Arrangements den Blues-Abend im Kranhaus.
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„Two of Us – Plus“ eröffneten mit Coverversionen und ungewöhnlichen Arrangements den Blues-Abend im Kranhaus.

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19. September 2016, 16:00 Uhr

„Die zweite Premiere innerhalb von zwei Wochen“, da war Florian Löhndorf dann doch ein bisschen aufgeregt. Obwohl er diesmal mit seiner Band „The Bohemians Blues Connection“ im viel kleineren Rahmen auftrat als vor 14 Tagen. Im Kranhaus standen rund 100 Leute vor der Bühne, bei Holz Junge war die Zahl vierstellig.

„Blues im Kranhaus – Unplugged“ hieß der Abend. Bei freiem Eintritt – mit erbetener Spende – spielten zwei junge Bands. Wobei jung sich nicht auf das Alter der Musiker bezog, sondern auf den Bestand der Formationen. Die Bohemians spielen erste seit März zusammen, sind allerdings allesamt bühnenerfahren. „Two of Us – Plus“ treten seit drei Jahren zusammen auf.

Beide Bands konzentrierten sich in ihren Programmen auf Coverversionen und fingen ihr Publikum mit bekannten Liedern ein. Die drei Musiker von „Two of Us – Plus“ setzten auf ihre ungewöhnlichen Arrangements: Zwei Stimmen, Gitarre und Bass genügten ihnen für Klassiker wie „Proud Mary“. Männlicher Bass, hohe Frauenstimme und sparsame Instrumentierung ließen das Publikum mitgehen.

Die Bohemians kamen gleich zu sechst auf die Bühne und machten schon vor dem ersten Ton klar, dass sie über den üblichen Blues-Rahmen hinausgehen: Sie kamen mit zwei Saxofonistinnen und ließen Funk und Soul in ihre Musik einfließen. Es dauerte ein bisschen, aber schließlich bekamen sie ihr Publikum dazu, sich bis an die Bühne vorzuwagen.

Das Kranhaus präsentierte sich als geeigneter Spielort für kleinere Konzerte. Im überschaubaren Raum kommt das Publikum den Künstlern nah, das ehemalige Industriegebäude bietet mit seinem rauen Charme viel Atmosphäre. Licht und Ton genügen den Ansprüchen, gute Qualität zu bieten. Und der freie Eintritt lässt das Risiko überschaubar bleiben, sich unbekannte Bands anzuhören.

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