zur Navigation springen

Schulkantinen in Elmshorn : Bleiben die Mensa-Küchen kalt?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Betreiber kündigt Vertrag: Die Stadt muss bis Sommer Ersatz finden - die Schulen sehen darin eine gute Chance.

von
erstellt am 16.Jan.2014 | 14:00 Uhr

Mit Beginn des neuen Schuljahres drohen die Küchen in Elmshorns Schul-Mensen kalt zu bleiben. Der Betreiber gibt auf. Die Dussmann Service GmbH hat den Vertrag mit der Stadt Ende 2013 gekündigt. Wirklich betroffen macht die Entscheidung des Caterers von den Verantwortlichen in Elmshorn aber niemand. Viel mehr sehen Stadt und Schulen darin die Chance, das Angebot zu verbessern.

„Wir sind jetzt in der Lage, in Kooperation mit den Schulen und Elternbeiräten die Qualität des Mensa-Essens zu verbessern“, sagt Bürgermeister Volker Hatje. Er sei zuversichtlich, rechtzeitig einen neuen Betreiber für die Mensen zu finden. Betroffen sind folgende Schulen: Elsa-Brändström-Schule (EBS), Bismarckschule, Erich Kästner Gemeinschaftsschule Elmshorn (KGSE) und Boje-C.-Steffen-Schule. Es geht um die Verpflegung von etwa 4400 Schülern.

An den Schulen hat man die Nachricht positiv aufgenommen. „Wir sind darüber nicht unglücklich“, sagt Peter Wendt, stellvertretender Leiter der Bismarckschule. Kritik an der Qualität des Essens äußern er und auch die Kollegen von anderen Schulen nicht. Die Speisen seien grundsätzlich in Ordnung gewesen. Allerdings habe der Betreiber in anderen Bereichen Fehler gemacht, die zu der niedrigen Auslastung der Mensen geführt hätten. So nutzten von 1200 Bismarckschülern am Tag maximal 200 die Kantine. An der EBS (1000 Schüler) wurden im Schnitt 130 Essen ausgegeben, heißt es von den Schulen.

„Der Betreiber hat sich bei uns beschwert, selbst aber nichts zur Verbesserung der Situation beigetragen“, berichtet Uwe Lorenzen. Aus Sicht des EBS-Schulleiters hätte der Betreiber viel mehr um die Schüler als Kunden werben müssen. „Seine Haltung war aber, dass wir ihm die Schüler zuführen müssen“, sagt Lorenzen. Es sei sogar soweit gegangen, dass der Caterer eine Konventionalstrafe von der Schule verlangen wollte, weil die Zahl der Kunden hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. „Das nenne ich dummdreist“, so Lorenzen. Immer wieder habe der Betreiber die Zahl der Essen, die täglich verkauft werden müssten, damit sich der Standort rentiere, nach oben korrigiert. Das bestätigt auch Hatje.

An der Bismarckschule sei ein Grund für den Misserfolg die hohe Fluktuation bei den Mitarbeitern gewesen. „Eine Mensa an einer Schule muss aus unserer Sicht ein wenig familiär geführt werden. Das funktioniert nur über den persönlichen Kontakt“, so Wendt. Er mache sich keinerlei Sorgen, dass man zum neuen Schuljahr ohne Caterer dastehen könnte. „Das Potenzial ist ja da. Es gibt jeden Tag mehr als 4000 potenzielle Kunden – man muss sie bloß von sich überzeugen“, so der stellvertretende Schulleiter.

Das Personal vor Ort wurde von der Dussmann Service GmbH noch gar nicht offiziell über das Aus informiert. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte das Unternehmen die Vertragskündigung. „Für uns war kein wirtschaftliches Auskommen möglich. Das war schon von Beginn im Sommer 2011 der Fall“, sagt Unternehmenssprecherin Michaela Mehls.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen