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Austausch in Berlin : Bismarckschüler realisieren gemeinsames Projekt mit Schülern aus Frankreich

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Elmshorner sind für das Projekt „Begegnung am dritten Ort“ nach Berlin gefahren und haben sich dort mit dreizehn Schülern aus dem ostfranzösischen Mâcon getroffen.

Berlin | Normalerweise sieht ein Französisch-Austausch so aus: Schüler aus Deutschland fahren nach Frankreich und leben einige Tage in der Familie ihrer Austauschpartner – und später gibt es dann einen Rückbesuch. Etwas anders haben das jetzt zehn Zehntklässler der Bismarckschule gemacht. Die Elmshorner sind für das Projekt „Begegnung am dritten Ort“ nach Berlin gefahren und haben sich dort mit dreizehn Schülern aus dem ostfranzösischen Mâcon getroffen. „Auf diese Weise konnten wir das im Fach Französisch vorgesehene Thema ,Paris-Berlin’ mit einer Tandempartnerschaft zwischen den Schülern verbinden“, erklärt Klassenlehrerin Brinja Hahn. „Dadurch erhalten die Schüler die Möglichkeit, authentische Kommunikation kennenzulernen.“

Was das in der Praxis bedeutet, hat die 16-jährige Hanna am eigenen Leib erfahren: „Am Anfang habe ich mich nicht getraut, französisch zu sprechen, weil ich Angst hatte, Fehler zu machen. Aber nachher war das egal, da ging es nur noch darum, sich gegenseitig zu verstehen.“ Mit einem wilden Sprachmix aus Deutsch, Französisch und Englisch lernten sich die Schüler nach und nach immer besser kennen. „Am Ende haben wir die ganzen Kontakte für die sozialen Medien ausgetauscht“, erzählt der 16-jährige Maxi. „Wir wollen in Kontakt bleiben.“

Aus einer Freundschaft über Ländergrenzen hinweg ist das ganze Projekt überhaupt erst entstanden. Französischlehrerin Wiebke Hildebrandt hat beim Studium in Kiel ihre Kommilitonin Mareike Zyzik kennengelernt. Die ist später nach Frankreich ausgewandert und arbeitet heute am Lycée Réné Cassin in Mâcon als Deutschlehrerin. Da lag ein gemeinsames Projekt nahe.

Aber bei dem Berlin-Besuch ging es nicht nur darum, dass sich junge Leute aus zwei verschiedenen Ländern kennenlernen. Vielmehr standen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Kulturen im Mittelpunkt. Ein ganzer Vormittag war zum Beispiel dem Thema „Französische Spuren in Berlin“ gewidmet. Da ging es um die Flucht der protestantischen Hugenotten nach Berlin ab 1700 und um Begriffe wie „Retourkutsche“ die eng mit der deutsch-französischen Geschichte zusammenhängen. Schließlich wurde die Quadriga des Brandenburger Tors erst nach Paris entführt und später von den Preußen zurückgebracht.

Am besten in Erinnerung sind den Schülern aber die Filme zum deutsch-französischen Schulalltag, die von beiden Gruppen im Vorfeld aufgenommen worden waren. „Die Franzosen feiern zum Beispiel keinen Abiball und haben keine eigenen Klassenzimmer sondern Zimmer für jedes einzelne Fach“, erinnert sich Maxi an wichtige Unterschiede.

Der Austausch mit Mâcon soll eine dauerhafte Einrichtung an der Bismarckschule werden. „Idealerweise könnte im nächsten oder übernächsten Jahr eine weitere Begegnung in Lyon oder Paris stattfinden“, erklärt Lehrerin Brinja Hahn. „Aber wie das ablaufen wird, wissen wir noch nicht.“

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