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Elmshorn : Beten statt Bett bei der Nacht der Kirchen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Predigt, Tanz, Musical und Konzerte – hunderte Besucher bei der Veranstaltungsnacht in den Elmshorner Gotteshäusern.

Elmshorn | Es gibt viele Wege, den Herrn zu preisen und seine Lehren unter die Menschen zu bringen. Man kann sie singen, auf die Bühne bringen, zu ihnen tanzen oder sie in einem Labyrinth verstecken, man kann Filme zeigen oder Texte vorlesen. Bei der Elmshorner „Langen Nacht der Kirchen“ am Sonnabend wurde das alles ausprobiert, und mehrere hundert Besucher guckten sich das an, hörten zu oder machten mit.

„Step – touch – doppelt nach rechts“, Leslie Tank ließ die einfachen Tanzschritte ein paar Mal üben, dann setzte die Musik ein. „Those Who Trust“ (diejenigen, die vertrauen) heißt das Lied, christlicher Pop, zu dem knapp 20 Menschen tanzten. Tank gab gemeinsam mit ihrer Tochter Celina vorn auf der Bühne der Gemeinschaft in der evangelischen Kirche die Schritte vor, die Besucher machten es ihr unter bunten Lampen nach. „Das kriegen die alle gut hin“, lobte die Sporttrainerin in der Pause.

Beim Dance-Workshop in der Feldstraße führten Leslie Tank und ihre Tochter Cha Cha und Samba zu christlichem Pop und Lobpreisliedern vor, beim Gospel werde „viel marschiert“, kündigte die Trainerin an. „Letztes Jahr waren es deutlich mehr“ Besucher bei ihrem Workshop, diesmal wurde wohl zu wenig Werbung gemacht, vermutete sie.

An die 70 Leute sitzen im Christus Zentrum Arche, ein paar mehr sind in die Aufführung involviert, die es dort zu sehen gibt. „Die Pilgerreise“ heißt das Musical, im November wird es Premiere feiern; jetzt gab es schon mal die ersten beiden Szenen zu sehen. „Für uns ist das eine öffentliche Probe mit Publikum“, erklärte Angela Mumssen, Chorleiterin, Frau des Pastors und gemeinsam mit ihrem Mann Hans-Peter und Hanjo Gäbler Komponistin der Lieder. Das Stück beruht auf dem gleichnamigen Erbauungsbuch von John Bunyan aus dem 17. Jahrhundert und soll den Gläubigen bestärken, wenn ihm Zweifel kommen: „Dort wird kein Leid mehr sein“, schwärmt Hauptfigur Christian vom Ziel seiner Reise, ein Helfer animiert ihn: „Du bist kurz vor der Pforte!“

Natürlich durfte bei einer Kirchennacht Gospel nicht fehlen. In der Stiftskirche trat die Gospel Company auf, in der Lutherkirche sang der hauseigene Chor vor vollen Bänken.

Einen Kontrapunkt zum oft temperamentvollen Zugang boten die Baptisten in ihrer „gelben Villa“ auf Kaltenweide. Der Garten war von mehr als 1000 Windlichtern karg beleuchtet, der von kleinen Flammen gesäumte Weg führte zu einem Labyrinth. Nach diversen Umrundungen führte der Pfad durchs Lichtermeer zu einem kleinen Tischchen, dort lagen Bibelzitate zum Mitnehmen. „Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gepriesen“ aus dem Buch Hiob zum Beispiel.

In St. Nikolai standen gleich drei Veranstaltungen auf dem Programm: Die Kantorei sang, ein Film über das Leben mit einem behinderten Vater wurde gezeigt; das Konzert mit irischem und schottischem Folk wurde kurzfristig wegen Krankheit abgesagt. In Klein Nordende begleitete Isolde Kittel-Zerer eine Lesung, beim „Guten Hirten“ gab es Lesung, Musik und Buffet.

Glockengeläut hatte die lange Nacht um 18 Uhr eingeläutet, ein Abendsegen samt Musik beschloss sie in der katholischen Kirche St. Marien.

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