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Ausgebildeter Rettungshund : Ben: Retter auf vier Pfoten

vom

Die ASB-Hundestaffel arbeitet schnell, unbürokratisch und kostenlos, wenn es um das Retten von vermissten Personen geht.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 09:02 Uhr

Kreis Pinneberg | Fröhlich springend tobt der gut zweijährige Ben um sein Frauchen Sylvia Brehmer herum. Ihm ist nicht bewusst, dass er in seinem jungen Hundeleben bereits eine wichtige Auszeichnung bekommen hat: Er ist offiziell ausgebildeter Rettungshund. Ben und Sylvia waren eines von sechs Teams, die sich zur Prüfung angemeldet hatten.

Ben war gerade zwölf Wochen alt, als Sylvia Brehmer sich mit ihm bei der Rettungshundestaffel des ASB Pinneberg/Steinburg anmeldete. Die junge Truppe besteht aus neun Menschen und zehn Hunden. Alle Tiere sind offiziell als Rettungshunde in Ausbildung anerkannt, haben die Begleithundeprüfung absolviert.

Dass Ben ein kluger Hund ist, steht für seine Besitzerin außer Frage. Gemeinsam probten beide für die alle 18 Monate stattfindende Flächenprüfung. "Ich wurde in theoretischen Fragen geprüft. Auch muss ich beispielsweise wissen, wie der Wind steht, wie ich den Hund gezielt zum Suchen einer vermissten Person losschicken kann", erklärt Sylvia Brehmer. Zwischen Mensch und Tier darf es dabei keine Unsicherheiten geben, sondern bedingungsloses Vertrauen. Für Ben hieß es einen Verweistest durch Kurzanzeige, die "Unterordnung", eine Trageübung und das Vorausschicken zu bestehen. Fast einen ganzen Tag dauerten die Prüfungen, bei denen in der Regel deutlich mehr als die Hälfte der Teams durchfallen. Doch Sylvia und Ben haben ihre Sache gut gemacht und alles bestanden.

Das Team kann jetzt sein Können als Lebensretter unter Beweis stellen, denn die Hundestaffel des ASB wird oft gerufen, wenn es gilt, vermisste Menschen ausfindig zu machen. Auf einer 30 000 Quadratmeter großen Fläche, wie beispielsweise einem Wald, ist Ben mittels "Hochwindsuche" in der Lage in 20 Minuten sein Opfer zu finden - wobei er ein klares Opferbild im Kopf hat: ein liegender, hängender oder sich nicht bewegender Mensch. "Das ist wichtig, denn sonst würde er mir jeden Jogger, Pilzsucher oder Spaziergänger melden", weiß Sylvia Brehmer. Er wird seinen Fund mittels Bellen anzeigen.

Die Rettungshundestaffel des ASB Pinneberg/Steinburg bildet auch Mantrailer aus. Das sind Hunde, die im innerstädtischen Bereich eingesetzt werden und mittels Geruchsartikeln wie Haarbürste und Kleidungsstücken ihre Opfer aufspüren.

Rettungshunde sollten möglichst früh mit ihrer Ausbildung beginnen. Wichtig ist, dass das Tier gern spielt, aufmerksam, neugierig und gesund ist. Nur so kann es bei der Suche nach Vermissten stundenlange Nachtmärsche in teilweise unwegsamem Gebiet überstehen. Der menschliche Part des Teams muss sich mit Kompass, Verhalten im Wald und Erster Hilfe auskennen. Auch das wird regelmäßig überprüft, denn diese Kenntnisse können Leben retten.

Wer mit oder ohne Hund bei der Hundestaffel des ASB mitmachen möchte, kann sich bei Staffelleiterin Johanna Wehrhahn unter Telefon: (01 76) 32 70 05 69 melden, doch muss man sich bewusst sein, dass es ein arbeitsintensives Hobby ist. Ausreden, wie "keine Lust zum Einsatz" gelten nicht. Kommt ein Notruf - meist von der Polizei - heißt es 24 Stunden einsatzbereit sein - schnell, unbürokratisch und kostenlos. Geübt wird zwei Mal in der Woche: Dienstags auf dem Platz des Polizeihundevereins Elmshorn nahe Klein Offenseth-Sparrieshoop und sonnabends im Gelände.

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