Festival : Beim Elmshorner „Jazz ’n’ Roses“ siegt am Ende die Musik über den Regen

Starker Auftritt: Das „NuH[u]ssel Orchestra“ aus Hamburg.
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Starker Auftritt: Das „NuH[u]ssel Orchestra“ aus Hamburg.

Etwa 600 Besucher waren bei der 20. Auflage des Tagesfestvials dabei – trotz des teilweise miesen Wetters.

shz.de von
11. Juni 2018, 14:00 Uhr

Elmshorn | Ein Sommerfest der ganz besonderen Art erlebten am Sonntag zahlreiche Musikfans aus der Region und darüber hinaus im Rosengarten des Liether Stadtparks, wo die 20. Auflage von „Jazz ’n’ Roses“ über die dortige Bühne ging. Für die Jubiläumsausgabe der traditionsreichen Open-Air-Veranstaltung hatte der Ausrichter, die Initiative Elmshorn – ein Zusammenschluss Elmshorner Unternehmen – keine Kosten gescheut, um erneut ein überaus attraktives Programm auf die Beine zu stellen – und das Beste: wie immer kostenlos für die Besucher, auch im 20. Jahr.

Los ging es mit 41 Minuten Verspätung und bei starken Regen mit dem Auftritt des Sven-Selle-Trios, das für etwa eine Stunde unbekümmert seinen „Northern Poetic Jazz“ präsentierte – im Tempo sehr moderat, aber mit kristallklarem Sound, der begeisterte. Nach einer kurzen Umbaupause stand dann das „NuH[u]ssel Orchestra“ aus Hamburg auf der Bühne und setzte deutlich einen drauf. Womit? Mit starken Grooves eingerahmt von faszinierenden Sounds, dazu epische Melodien – kurz: mit einer Mixtur, die sofort den direkten Zugang zum Publikum fand, dem schnell klar wurde, warum über diese Nachwuchsformation bereits viel Positives in den Medien berichtete wurde.

Reizvolle Akzente gesetzt


Ihr Album „First Things First“ (2017) gilt vielerorts als Beleg dafür, dass die Gruppe einen überaus modernen Klang kreiert - inspiriert von großen Filmmusiken, treibenden Beats und den „Big Bands“ der Gegenwart – durchsetzt mir reizvollen Akzenten, die vor allem durch den Gesang der Vokalistin Linda Kauffeldt auch auf der Elmshorner Bühne im Liether Rosengarten sehr deutlich wurden. Die Besucher dankten es mit viel Applaus.

Gute Stimmung trotz Regen

Bevor der Hauptact des Tages, Stefan Gwildis, aber nun endlich begrüßt werden konnte, wurde noch ein zusätzliches Intermezzo mit dem Sven-Selle-Trio eingeschoben, was vom geduldigen Publikum, das kurz vor Gwildis Auftritt anzahlmäßig spürbar anwuchs, mit starkem Beifall honoriert wurde. Dieser wurde aber noch lauter, als Stefan Gwildis endlich dann erschien – zwar mit rund 30 Minuten Verzögerung, dafür aber mit einer Wetteränderung im Gepäck: Der seit Stunden anhaltende Regen gab mit Auftrittsbeginn von Gwildis seinen Job auf und im Nu war das Publikum genauso gut aufgelegt, wie der aus Hamburg stammende und als äußerst vielseitig bekannte Künstler (Jahrgang 1958), der diesmal mit seinem Jazz-Trio am Start war. Vom ersten Takt an zeigte Gwidis, dass er auch in diesem Beritt zuhause ist, und mit einer sehr lockeren und sympathischen Bühnenpräsenz bot das Quartett „Jazz vom Feinsten“ – durchsetzt mit zahlreichen populären Klassikern Gwildis („Mach die Musik so laut du kannst“), die nahezu swingend dargeboten wurden und beim Publikum für Partystimung sorgten.

Kurz: Der dritte Part der 20. Ausgabe von „Jazz ’n’ Roses“ kam bestens an und war samt der Wetterbesserung der Höhepunkt der Veranstaltung, die zu Recht mit überaus herzlichen Beifall der anwesenden Musikfreunde bedacht wurde.



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