EN-Reporter unterwegs : Bei 34 Grad wird das Arbeiten für viele Elmshorner zur Tortur

Friedhofs-Gärtner Jörg Münster (58) und seine Kollegen legen sich mit extra Frühschichten ins Zeug, um  den 19 Hektar  großen  Friedhof auch in diesem Rekord-Sommer frisch und grün zu halten.

Friedhofs-Gärtner Jörg Münster (58) und seine Kollegen legen sich mit extra Frühschichten ins Zeug, um  den 19 Hektar  großen  Friedhof auch in diesem Rekord-Sommer frisch und grün zu halten.

Trotz Rekordhitze müssen viele Elmshorner ackern und malochen. Ein Hitze-Rundgang durch die Stadt.

shz.de von
01. August 2018, 18:15 Uhr

Elmshorn | Die Temperatur erreicht schon um 12.32 Uhr satte 34 Grad Celsius. Eine drückende, klebrige Hitze liegt über der City. Wer kann, verkriecht sich im Schatten. Doch egal wie heiß es an diesem Dienstag noch wird, viele Elmshorner müssen ackern und malochen. Ein Hitze-Rundgang durch die Stadt.

12.25 Uhr, Feldstraße:

Postbotin  Britta Brehmer setzt die Hitze zu.
Christian Brameshuber

Postbotin  Britta Brehmer setzt die Hitze zu.

 

Postbotin Britta Brehmer nimmt einen großen Schluck aus der Flasche. „Längst warm“, sagt sie. Die Postbotin schwitzt. Bis zu 30 Kilometer ist sie bei dieser Bullenhitze in der Stadt unterwegs. „Das geht an die Substanz. Die Kräfte lassen nach“, sagt sie.

12.55 Uhr, ZOB:

Ohne Klimaanlage wird’s heiß für Markus Hamdorf.
Finn Haberkost

Ohne Klimaanlage wird’s heiß für Markus Hamdorf.

 

Busfahrer Markus Hamdorf zeigt sich zuversichtlich. Es sei zwar der heißeste Sommer seit langem, aber mit kurzem T-Shirt und ausreichend Wasser lasse es sich aushalten. Deutlich härter wird es für ihn durch die fehlende Klimaanlage in seinem älteren Busmodell. Um sich daher in der Pause abzukühlen, holt er sich gerne ein Eis und etwas Kühles zu trinken.

13.30 Uhr, Friedensallee:

Ohne den Gärtner Jörg Münster (58) und seine Kollegen sähe der Hitze-Sommer auf dem Friedhof anders aus. Anstelle von kräftig-grünem Rhododendron stünden wohl nur noch verdorrte Sträucher. „Ein kleiner Kampf und der härteste Sommer in 38 Jahren Berufstätigkeit als Gärtner“., sagt Münster. Aber: „Die Leute erkennen das an“.

14 Uhr, Damm:

Bügeln bringt Silke Vlek De Coingh  ins Schwitzen.
Sophia Conrad

Bügeln bringt Silke Vlek De Coingh  ins Schwitzen.

 

Bei Hauswirtschafterin Silke Vlek De Coningh in der Reinigung und Änderungsschneiderei hilft auch kein Ventilator mehr. Ein Saunatuch würde mehr Abhilfe schaffen. Bei mehr als 34 Grad bügelt, näht und wäscht sie fleißig, an Abkühlung ist nicht zu denken. „Es ist wirklich kaum auszuhalten hier“, sagt Vlek De Coningh.

14.12 Uhr, Königstraße:

„Schnell noch ein kaltes Getränk bei Rossmann kaufen“, denkt sich Rita Ludwig. Sie freut sich auf ihrer kleinen Tour durch Elmshorn auf das klimatisierte Geschäft – dann die Ernüchterung. Drinnen schlägt ihr eine Hitze entgegen, wie sie sonst wohl nur jenseits von Europa zu erleben ist. Alles klebt, jeder schwitzt.

14.15 Uhr, Anne-Frank-Straße:

Bernd Gack (links) und Vito Manno vom Betriebshof müssen in der  Anne-Frank-Straße das Pflaster erneuern. Arbeitsschuhe und lange Hose  sind  auch bei mehr als 30 Grad Celsius Pflicht.
Christian Brameshuber

Bernd Gack (links) und Vito Manno vom Betriebshof müssen in der  Anne-Frank-Straße das Pflaster erneuern. Arbeitsschuhe und lange Hose  sind  auch bei mehr als 30 Grad Celsius Pflicht.

 

Einen neuen Poller aufstellen, das Pflaster erneuern: Bernd Gack und Vito Manno vom Baubetriebshof der Stadt benötigen schweres Gerät. Der Schweiß fließt. „Wir haben ordentlich Wasser dabei“, sagt Gack. Kein Klagen. „Die Arbeit muss gemacht werden“, sagt Manno. Und sie wird von den Bürgern honoriert. „Oft werden uns Getränke und Eis gebracht.“

Auf dem Hitze-Rundgang durch die City schwitzten die Elmshorner Nachrichten-Reporter Sophia Conrad, Finn Haberkost und Christian Brameshuber

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