Behütet im Hexenkessel

Geschockt, aber froh, dass bei dem Steinwurf kein Mensch verletzt wurde: Pastor Günter Thomas.
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Geschockt, aber froh, dass bei dem Steinwurf kein Mensch verletzt wurde: Pastor Günter Thomas.

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20. Juni 2014, 11:00 Uhr

Mit heutigem Datum ist die erste Hälfte des Jahres ist vorbei. Der Sommer liegt vor uns – und jetzt ist Fußballzeit – mit Fähnchen und bemalten fröhlichen Gesichtern und public viewing. Diese Woche ging’s los – „Müller macht’s“ – so titelt die Elmshorner Nachrichten nach dem 4:0. Der Jubel ist groß, vom Weltmeistertitel ist bereits die Rede, auch von Fußballgott wird gesprochen. Wie schön für einen Menschen, so im Fokus allgemeiner Wertschätzung zu stehen. Das streichelt die Seele. Dennoch: Das war das erste Spiel – was ist, wenn Müller einen Fehler macht? Was, wenn er einmal nicht in Form ist? Oder die Nerven verliert wie Pepe? Oder, wenn Menschen dieser Wahnsinnsanspannung nicht mehr standhalten können? „Es ist doch nur ein Spiel“ so mag man oder frau sagen. Nicht unbedingt - das kann auch blutiger Ernst werden, denn wir wissen doch: vom „Halleluja, gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn“ bis zum „Kreuziget ihn“ ist es nur ein kurzer Weg.

Als ich kürzlich hinter einem Lkw „herzuckelte“, sah ich ein Schild an der Rückseite des Fahrzeugs. „Behüt’ dich Gott auf allen deinen Wegen“ stand darauf. Das ist es, was ich unseren „Jungs“ wünsche: dass sie behütet in so manchen Hexenkessel hinein und auch herausgehen. Dass ihr Weg behütet sein möge und auch Pepes leidvoller Weg aus dem Stadion in die Einsamkeit ihn letztlich in der Gemeinschaft der Fans behütet sein lässt.

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