Bedroht: Hatje beim Bundespräsidenten

Klare Haltung: Bürgermeister Volker Hatje hatte sich 2017 nicht einschüchtern lassen.
Klare Haltung: Bürgermeister Volker Hatje hatte sich 2017 nicht einschüchtern lassen.

Steinmeier spricht mit Bürgermeistern über „Gewalt gegen Mandatsträger“

shz.de von
24. Mai 2018, 17:22 Uhr

Er musste Beleidigungen und Beschimpfungen ertragen. Mitansehen, wie seine Familie litt. Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje wurde sogar persönlich bedroht, mit dem Hinweis, dass „der Galgen schon gerichtet“ sei. Das alles, weil Hatje sich im vergangenen Jahr mutig gegen die rassistische Hetze der ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach zu Wehr setzte, die auf ihrer Facebook-Seite Elmshorns farbigen Weihnachtsengel diskreditiert hatte und damit bundesweit für Schlagzeilen sorgte.

Am Freitag wird Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Berliner Schloss Bellevue über seine Erfahrungen berichten. „Ich habe die Einladung gern angenommen“, betont Hatje. In dem vertraulichen Gespräch wird er dem Bundespräsidenten erklären, wie er mit den Drohungen und den Grenzüberschreitungen umgegangen ist. Wie es sich anfühlt, wenn eine Polizeistreife das Privathaus schützen muss. Wie ihn dieser Vorfall verändert – und wie er diese Extremsituation am Ende verarbeitet hat.

„Gewalt gegen Mandatsträger“: So lautet das Thema, das Steinmeier am Freitag aufgreift. „Das ist ein Thema, das den Bundespräsidenten sehr beschäftigt“, erklärte gestern eine Sprecherin des Bundespräsidenten. Das Gespräch findet im kleinen Kreis statt. Neben Hatje werden die Oberbürgermeisterin von Zwickau, der Bürgermeister aus Kandel sowie der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes mit am Tisch sitzen.

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