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Klares Ergebnis : Beate Raudies ist neue Vorsitzende

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Abgeordnete wurde zur Chefin der Elmshorner SPD gewählt. Marcello Hagedorn übernimmt Stellvertreteramt.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 15:00 Uhr

Elmshorn | Nach 36 Jahren an der Spitze des Elmshorner SPD-Ortsvereins trat Ernst Dieter Rossmann nicht wieder zur Wahl an. Nach seiner Abschiedsrede setzte er sich an seinen Platz vor dem Rednerpult, und als der Applaus der 61 Mitglieder nach einer Minute immer noch nicht aufhörte, rief er in den Saal: „Leute, wir müssen noch arbeiten“. In den Augen vieler SPD-Mitglieder ein klassischer Rossmann-Abgang.

Seine letzte Amtshandlung bei der Jahreshauptversammlung am Sonnabend im FTSV-Fortuna-Sportlerheim: Er schlug Beate Raudies als seine Nachfolgerin vor. 57 Genossen stimmen für Raudies, zwei gegen sie. Zwei Stimmzettel waren ungültig, mit 93 Prozent startet die Landtagsabgeordnete in ihr neues Amt.

Raudies machte gleich deutlich, dass sie ein anderes Temperament hat als ihr Vorgänger. Als sie Rossmann für seine langjährige Arbeit dankte und als sie das Wahlergebnis hörte, kämpfte die 51-Jährige mit den Tränen. Nachdem die Blumensträuße ausgetauscht waren, wurde es ein wenig feierlich. Der scheidende Vorsitzende überreichte seiner Nachfolgerin die Insignien des Elmshorner SPD-Vorsitzes: eine Fahne von 1892 und ein Foto von einer Wahlrechtsdemonstration im Jahr 1910.

Gab nach 36 Jahren den Vorsitz ab: Ernst Dieter Rossmann.
Gab nach 36 Jahren den Vorsitz ab: Ernst Dieter Rossmann. Foto: Jann Roolfs

In ihrer Bewerbungsrede um den Ortsvorsitz hatte Raudies sich als Vollblutpolitikerin gezeigt. Sie bezeichnete die Ortsvereine der SPD als „unendlich wichtig“ und übte Selbstkritik nach den verlorenen Wahlen: „Vielleicht hören wir nicht genug zu.“ Sie will „den Menschen deutlich machen, dass wir uns um ihre Probleme kümmern“, und sie will die Kommunalwahlen 2018 gewinnen: „Programm erarbeiten, Kandidaten finden, Wahlkampf organisieren“ – das kommt auf die Genossen in den nächsten Monaten zu.

Spannend wurde die Wahl zum Ersten Stellvertretenden Vorsitzenden. Traute Röhrs gab diesen Posten nach vielen Jahren ab, mit Marcello Hagedorn bewarb sich ein Newcomer darauf. „Ich habe noch keinen Baum gepflanzt, kein Haus gebaut und kein Kind gezeugt, aber ich bin in die SPD eingetreten“, warb der 23-Jährige für sich und kündigte an, „vielleicht ein bisschen frecher“ zu sein. Hagedorn hatte 2015 die Jusos in Elmshorn wiederbelebt.

Neu im Vorstand: Der ehemalige Jusos-Chef Marcello Hagedorn.
Neu im Vorstand: Der ehemalige Jusos-Chef Marcello Hagedorn. Foto: Jann Roolfs
 

Er trat gegen den Routinier Detlef Witthinrich-Kohlschmitt an und gewann knapp mit 51 Prozent der Stimmen. Witthinrich-Kohlschmitt blieb auf seinem Posten als Zweiter Stellvertretender Vorsitzender. Hagedorn setzte mit seiner erfolgreichen Kandidatur durch, was vorher viele erfahrene SPD-Politiker gelobt hatten: „Wir sollten unsere Jusos bei Laune halten“, befand die Stadtverordnete Dörte Köhne-Seiffert und verwies darauf, dass andere Ortsvereine dringend Mitglieder unter 40 suchen. „Die Jusos sind eine Bereicherung in der Fraktion“, meinte der Fraktionsvorsitzende Ulrich Lenk. Thorsten Mann-Raudies, Wahlkampfleiter für die anstehende Kommunalwahl, versprach: „Mich habt ihr auf eurer Seite.“

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