zur Navigation springen

Elmshorn : Bayern loben die Weißwurst aus den Norden

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Morgen startet die Oktoberfest-Zeit. Zur Festzelt-Gaudi verzehren Deutsche und Japaner mehr als eine Million Elmshorner Weißwürste.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Wenn morgen Mittag Lederhosen und Dirndl Einzug bei Deutschlands größtem Volksfest auf der Münchner Theresienwiese halten, sind landesweit die Regale der Supermärkte mit den bayrischen Klassikern wie Oktoberfestbier, Leberkäse, Brezel und vor allem Weißwürste bestückt. 1,1 Millionen dieser Würste stammen allein in Deutschland Jahr für Jahr aus Elmshorn. Für das Unternehmen Döllinghareico gehört der Klassiker zu den wesentlichen Produkten im Sortiment – vor allem in der Herbstsaison.

„Das wirkt vielleicht etwas irritierend, aber es ist so: Auch wir Norddeutschen können Weißwurst“, sagt Andreas Subai, Geschäftsführer beim Elmshorner Traditionsunternehmen Döllinghareico. Hergestellt nach einer traditionellen Rezeptur mit frischer Petersilie und mit Unterstützung eines bayrischen Metzgermeisters, sorgt die norddeutsche Weißwurst für Gaudi im ganzen Land. Unter der Marke „hareico“ ist das Produkt bei großen Handelsketten erhältlich. „Sogar bayrische Landsleute haben uns ein Lob für die Weißwurst ausgesprochen“, sagt Subai.

Besonders im norddeutschen Raum werden die Wiesn-Klassiker aus Elmshorn abgesetzt. Aber nicht nur hier: Denn vor allem die Japaner mögen die Brühwurst aus der Krückaustadt – sechs Mal im Jahr feiern die Asiaten mit der Elmshorner Weißwurst ihre Oktoberfeste.

Warum darf Döllinghareico Weißwürste produzieren, ist der Name nicht geschützt? Döllinghareico darf. Denn: Nürnberger Rostbratwürste sind geschützt und dürfen nur aus Nürnberg kommen. Zwar haben auch die Münchner versucht, ihre Weißwürste namensrechtlich und ihre Ursprünglichkeit schützen zu lassen, doch konnten die bajuwarischen Weißwurstköche ihre Vorstellungen nicht durchsetzen. Ein Gericht hat vor etlichen Jahren festgestellt, dass es sich bei der Weißwurst lediglich um eine Gattungsbezeichnung handele – ähnlich wie bei Frankfurter- und Wiener-Würstchen. Somit kann der bayrische Klassiker überall produziert werden. Zwar kommt er überwiegend aus Bayern, aber wie gesagt, auch in ordentlichen Mengen aus dem hohen Norden. Somit ist der viel beschworene Weißwurstäquator ziemlich hoch gerückt – Oktoberfest also auch im Flachland.

PS: Traditionell darf Weißwurst nur vor 12 Uhr mittags gegessen werden. Und: unbedingt mit süßem Senf.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen