Barschel-Tod: Suche nach dem dritten Mann

Erster Mann am Tatort: Sebastian Knauer (rechts) stellte gestern gemeinsam mit Barschel-Sohn Christian sein Buch 'Die Akte' vor.
Erster Mann am Tatort: Sebastian Knauer (rechts) stellte gestern gemeinsam mit Barschel-Sohn Christian sein Buch "Die Akte" vor.

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01. Oktober 2009, 11:33 Uhr

Kiel | Mord, Selbstmord oder Sterbehilfe? Der Reporter, der 1987 die Leiche von Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsidenten Uwe Barschel entdeckt hatte, hält den Fall nicht für abgeschlossen. Bei der Vorstellung eines von ihm herausgegebenen Buches wies Sebastian Knauer gestern in Kiel auf einen dritten Mann hin, der auf dem letzten Foto des lebenden Barschel zu sehen sei. Das Bild wurde bei der Ankunft des CDU-Politikers auf dem Genfer Flughafen aufgenommen - kurz vor seinem Tod. Knauer hatte am 11. Oktober 1987 die Leiche Barschels in der Badewanne eines Genfer Hotel-Zimmers gefunden und fotografiert. Die Bilder gingen damals um die Welt. Bei dem dritten Mann soll es sich laut Knauer um einen hohen Ministerialbeamten handeln.

Ex-Chefermittler Heinrich Wille sieht indes keinen Grund für neue Ermittlungen. Der Hinweis auf den dritten Mann sei nicht zielführend.

Die Familie Barschel glaubt nicht an einen Selbstmord. "Wir gehen davon aus, dass es Mord war", sagte Barschel-Sohn Christian Albrecht. Knauer sieht bislang keine richtigen Beweise für diese These. Aber es gebe ein paar Ungereimtheiten. In seinem Buch "Barschel - Die Akte" sind Originaldokumente zu dem Fall zusammengestellt.

Barschel war wegen der Pfeifer-Affäre nach Genf geflüchtet. Mordspekulationen ranken sich um angebliche Verwicklungen in den Waffenhandel oder um eine Geheimdienstaktion von CIA, Stasi, KGB oder Mossad. Neben der Selbstmord-These gibt es auch Überlegungen, es habe sich um Sterbehilfe gehandelt.

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