„Bald wird das Netz zu langsam“

Der Bundestagsabgeordnete Michael von Abercron (stehend) berichtete aus Berlin zum Stand der bundesweiten Breitbandausbaupläne. Ebenfalls im Bild: Stadtwerkechef Sören Schuhknecht (links) und Richard Krause, Geschäftsführer vom BKZsh.
Der Bundestagsabgeordnete Michael von Abercron (stehend) berichtete aus Berlin zum Stand der bundesweiten Breitbandausbaupläne. Ebenfalls im Bild: Stadtwerkechef Sören Schuhknecht (links) und Richard Krause, Geschäftsführer vom BKZsh.

Beim Informationsabend zum Thema „Ja zu Glasfaser“ in der Nordakademie wird klar: Netzausbau ist unausweichlich

shz.de von
19. November 2018, 18:45 Uhr

Das Motto des Informations- und Diskussionsabends, zu dem die Elmshorner Christdemokraten eingeladen hatten, war kurz und knapp: Ja zu Glasfaser. Ziel dieser Veranstaltung in der Elmshorner Nordakademie: einen Startschuss für die Priorisierung des Themas zu geben, das nach Ansicht der CDU in Elmshorn nach wie vor viel zu stiefmütterlich behandelt wird.

„Elmshorn schläft beim Thema Glasfaser noch immer einen Dornröschenschlaf. Dabei ist diese Technologie schon heute entscheidend, um gut bezahlte Arbeitsplätze zu erhalten und innovative Unternehmen für unsere Stadt zu gewinnen“, erklärte Nicolas Sölter, Vorsitzender der Elmshorner CDU, entsprechend im Vorfeld der Veranstaltung, die vom Stadtverordneten Steffen Strünke moderiert und zu der als Referenten Stadtwerke-Chef Sören Schuhknecht, Richard Krause, Geschäftsführer vom Breitband-Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein (BKZsh) und der Bundestagsabgeordnete Michael von Abercron erschienen.

Schnell wurde deutlich, wie komplex dieses Thema ist und dass konkrete Lösungsstrategien für die Problematik rund um die angestrebte flächendeckende Versorgung mit Glasfasertechnologie in der Krückaumetropole einen sehr langen Atem brauchen. Sören Schuhknecht kennzeichnete die Ist-Situation in Elmshorn und somit die begrenzten Möglichkeiten, die den Stadtwerken offen stünden. „Wir haben das in den letzten Werkausschüssen oftmals für uns diskutiert, was für einen Breitbandausbau flächendeckend für ganz Elmshorn als Investition veranschlagt werden müsste und kamen auf einen guten zweistelligen Millionenbetrag“, sagte Schuhknecht.

Beachte man in diesem Kontext allerdings die Gelder die bereits jährlich von den Stadtwerken investiert werden müssen – für Energie- und Wassernetze acht bis zehn Millionen Euro, dazu zurzeit auch noch 15 Millionen in die Sanierung des Hallenbads – müsse er als Werkeleiter gucken, wie leistungsfähig sein Unternehmen überhaupt sei. Er könne nicht zu Lasten einer sicheren Energie- und Wasserversorgung „einfach mal blind ins Breitbandnetz investieren“, ohne zu wissen wie viele Kunden da eigentlich zusammenkämen. Problematisch stelle sich auch die Bedarfssituation in Elmshorn dar, wo insgesamt zurzeit eine gute Versorgung mit schnellem Internet bestünde – teilweise bis zu 400 Mbit/Sek.. Da wäre es mitunter sehr schwer Bedarfe zu aquirieren.

Nichtsdestotrotz würden die Stadtwerke offen sein, für gangbare Pläne im Hinblick auf die erforderliche zukünftige Entwicklung bei diesem Thema. Dass dies unbedingt erforderlich sei, verdeutlichte im Anschluss Richard Krause vom BKZsh, der eine ausführliche Präsentation über die Versorgung mit Glasfaser in Schleswig-Holstein mitgebracht hatte und im Kern mahnte, unbedingt auf diese Technologie zu setzen. „Nur Glasfaser ist zukunftsfähig“, so seine Aussage.

Zu großen Teilen werde beim Datentransfer immer noch mit Kupfer agiert – seiner Ansicht nach eine Katastrophe „Das ist Technik aus dem 19. Jahrhundert. Glasfaser ist die Technik des 21. Jahrhunderts“, betonte er und wies ausdrücklich daraufhin, dass es Elmshorn zwar noch gut ginge, was Schnelligkeit im Netz angeht, aber bald nicht mehr. Der Handlungsbedarf sei auf jeden Fall sehr groß.



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