Nach Zug-Entgleisung : Bahnunfall in Elmshorn: Bundespolizei ermittelt gegen Bahnmitarbeiter

Der Zug war auf der Fahrt von Hamburg-Altona nach Westerland auf Sylt.
Foto:

Der Zug war auf der Fahrt von Hamburg-Altona nach Westerland auf Sylt.

Welche Funktion der Bahnmitarbeiter hatte, wollte die Bundespolizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen.

von
05. Januar 2018, 12:00 Uhr

Elmshorn/Flensburg | Nach dem spektakulären Bahnunfall in Elmshorn vor zwei Monaten gibt es neue Details bei der Suche nach dem oder den Schuldigen. Die Bundespolizei ermittelt gegen einen Bahnmitarbeiter, das teilte Polizeisprecher Hanspeter Schwartz auf Nachfrage von shz.de mit. Weitere Einzelheiten wollte Schwartz aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Er bestätigte damit einen Bericht von „NDR 1 Welle Nord“.

Der Zug war kurz nach der Ausfahrt aus dem Elmshorner Bahnhof am 15. November entgleist. Dabei wurden zwei Personen leicht verletzt. Wie sich im Laufe der Ermittlungen herausstellte, hätte der Streckenabschnitt mit einer defekten Weiche nicht befahren dürfen. In der Sachverhaltsschilderung der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) hieß es: „Aufgrund von Bauarbeiten war diese Verbindung als nicht befahrbar und gesperrt benannt, da ein Teil der Verbindung ausgebaut war.“ Der Zug befand sich auf dem Weg von Hamburg-Altona nach Westerland auf Sylt.

Dieses Video veröffentlichte shz.de am Tag nach dem Unfall:

Die Bundespolizei ermittelt wegen Gefährdung des Bahnverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. „Derzeit laufen noch Zeugenvernehmungen“, so Schwartz. Das werde noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Die Ergebnisse der Ermittlungen werden anschließend der zuständigen Staatsanwaltschaft Itzehoe übergeben.

Auch bei der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. „Die Sachverhaltsfeststellung ist abgeschlossen, jetzt befinden wir uns in der Sachverhaltsanalyse“, sagte Gerd Münnich, Sprecher der Bundesstelle, am Freitag. Die BEU untersucht also, ob zum Beispiel bestimmte Vorschriften nicht befolgt wurden. Wann diese Untersuchung abgeschlossen ist, konnte Gerd Münnich am Freitag nicht sagen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert