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Elmshorner Nachrichten

21. Oktober 2017 | 19:55 Uhr

Bahn kämpft gegen das Chaos

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Mehr als 100 Bäume auf Strecke zwischen Tornesch und Elmshorn / Einschränkungen vermutlich bis Montag

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Das ist bitter für die vielen Berufspendler in Elmshorn und Umgebung: Wahrscheinlich noch bis einschließlich Sonntag wird die Bahnstrecke zwischen Elmshorn und Tornesch nur sehr eingeschränkt von Zügen befahren. Das teilte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis gestern Abend auf Anfrage dieser Zeitung mit. Der Grund für das anhaltende Chaos im Bahnverkehr: Weit mehr als 100 Bäume stürzten beim Orkan am Montag auf diese Strecke.

„Kein Streckenabschnitt im Land ist stärker betroffen“, so Meyer-Lovis. Man habe sogar Bahnmitarbeiter aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nach Schleswig-Holstein geholt und sei mit Hochdruck dabei, die Schäden zu beseitigen. Ein erster Erfolg zeigte sich gestern Abend: Erstmals sollten auf einem Gleis wieder Dieselloks fahren können. Die Nord-Ostsee-Bahn kündigte für heute die Wiederaufnahme der Fahrten zwischen Hamburg-Altona und Westerland an. Am späten Abend sollte die erste Regionalbahn in Richtung Itzehoe starten.

Auf jeden Fall wird es vorerst bei der eingleisigen Verkehrsführung bleiben, sodass mit erheblichen Verspätungen und entsprechend vielen Fahrgästen in den Zügen zu rechnen ist. „Unsere Mitarbeiter arbeiten zum Teil zwölf Stunden am Stück“, sagte Meyer-Lovis. Dennoch sei eine schnellere Normalisierung des Bahnverkehrs zwischen Elmshorn und Tornesch unwahrscheinlich. Denn viele Bäume lägen nicht nur auf den Oberleitungen, sondern hätten sich ineinander verkeilt. „Es ist nicht damit getan, den Baum zu zersägen und zur Seite zu legen“, sagte Meyer-Lovis. Zudem müssten viele Reparaturen an den beschädigten Oberleitungen erfolgen. Vier Spezialtrupps arbeiten sich auf dem Abschnitt zwischen Tornesch und Elmshorn von Baum zu Baum.

Das Chaos herrscht jedoch nicht nur im Süden des Landes vor: Alle Strecken, die von der Deutschen Bahn und der Nord-Ostsee-Bahn bedient werden, sind von den Orkanschäden betroffen.

Auch in Hamburg kam es gestern zu Zugausfällen: Die S-Bahnen sollen zwar eigentlich wieder planmäßig fahren, doch auch drei Tage nach dem Sturmtief „Christian“ würden immer noch Bäume umstürzen und Wagen beschädigen, so dass einzelne Züge ausfielen. Das teilte eine Sprecherin der Deutschen Bahn gestern gegenüber dieser Zeitung mit.

Ein Hauch von Lob für das Krisenmanagement gab es gestern vom Fahrgastverband Pro Bahn. „Die Bahn ist erkennbar bemüht, mittels Taxenfahrten und Hotelgutscheinen die Reisenden nicht im Regen stehen zu lassen“, sagte Pro Bahn-Sprecher Birger Wolter. Eine solche Situation erfordere jedoch viel Personal, das „bei der Bahn aber immer weniger wird“.

Seiten 4 und 17

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