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Elmshorner Nachrichten

23. August 2017 | 10:26 Uhr

Elmshorn : B431: Die Anwohner sind genervt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Raser und Lkw auf den schmalen Umleitungsstrecken sorgen für Unfrieden. Am 8. August soll die Fahrt durch Neuendorf wieder frei sein.

Elmshorn | Hinterm Reetdachhaus von Katrin Blodau liegt eine Scheune, dahinter erstrecken sich Felder, auf der gegenüberliegenden Straßenseite sieht es genauso aus, nur ohne Scheune. Idyllisch ist es: „Wir wohnen hier, weil es schön ruhig ist.“ Aber wenn die junge Mutter mit ihrem fünf Monate alten Sohn Henner spazieren gehen will, dann packt sie Kind und Wagen ins Auto und fährt zu ihren Eltern nach Klein Nordende. Denn ihre idyllische Wohnstraße Moorhusen in Neuendorf ist zur Umleitung für die Bundesstraße 431 geworden. „Vormittags ist das ganz schlimm“, klagt Blodau: „Die Pkw sind nicht das Hauptproblem, es sind die großen Dinger und Raser.“ Tieflader, große Lkw – auf der kleinen Straße hat sie schon vieles gesehen: „Ich habe hier heulend zu Hause gesessen“, berichtet sie. Henners Kinderzimmer liegt zur Straße, wenn das Babyfon anschlägt, muss sie erst horchen, ob das Kind weint oder ein lautes Auto die Straße entlang fährt.

In Neuendorf wird eine Brücke im Zug der B431 erneuert, dadurch ist die Verbindung von Elmshorn nach Kollmar und Glückstadt unterbrochen. Es wird über Horst umgeleitet. Wer aus Elmshorn in der Verlängerung der Schulstraße auf die B431 fährt, wird an den Ecken Flamweg, an der Reeperbahn und am Kirchensteig in Raa-Besenbek auf die Sperrung und die Umleitung hingewiesen; die Schilder sind allerdings für Ortsfremde im Vorbeifahren schwer zu erfassen. An der Raaer Dorfstraße und in Neuendorf an der Einmündung Moorhusen stehen dann letztlich Absperrungen samt Sackgassenschildern auf der Straße. Letzte Möglichkeit ist das Abbiegen nach Moorhusen, die Umleitung empfiehlt auch das Navi. Aber die Straße ist nicht dafür ausgelegt, so viel Verkehr aufzunehmen, schon gar keinen Schwerlastverkehr. Maximal 5,5 Tonnen und 30 Stundenkilometer, darauf weisen am Anfang der Straße gleich doppelte Schilder hin.

Trotzdem: „Rasen tun die“, schimpft eine Anwohnerin. Ihr Mann zeigt auf eine Baumreihe in der platten Landschaft, die Grüne Straße, einen kleinen Weg in Richtung Langenhals: Da schicken die Navis Autofahrer lang. „Vorgestern stand da ein dreiachsiger Lastzug drin“, erzählt er. Und: „Heute Morgen ist eine Frau in den Kanal gefahren.“ Immerhin, seit am Wochenanfang eine Absperrbake am Eingang der Straße aufgestellt wurde, kämen weniger Lkw durch Moorhusen.

Ein Stück weiter, in der Raaer Dorfstraße, sieht das anders aus: „Von 100 Autos sind 60 Lkw“, schätzt Ute Senff. Sie hat einen Reiterhof an der Straße und beschreibt die Verkehrslage: „Massen, sowas habe ich noch nicht gesehen.“ Vor allem Wochenenden seien eine „Katastrophe, wenn alle nach Kollmar oder Glückstadt wollen.“ Ihr Urteil über das Baustellenmanagement: „Wie kann man eine Umleitung so bescheuert machen?“

Wer an der ersten Absperrung in die Raaer Dorfstraße einbiegt, landet wieder in Elmshorn; Lkw allerdings werden am Denkmal geradeaus geschickt in den Raaer Lander, eine schmale, gewundene Straße, die in die Siethwender Chaussee mündet. Ohne Navi wird es schwierig, nach Kollmar oder Glückstadt zu finden.

Ein Radlerpärchen steht an der Ecke Moorhusen ratlos vor der Absperrung. Sie rätseln, „wie wir jetzt nach Glückstadt kommen, da steht unser Auto.“ Sie wollen es über Moorhusen versuchen und nehmen es sportlich: „Wir kriegen unsere 100 Kilometer noch voll.“ Gelassen sieht es auch der Anwohner in Moorhusen: „Man sieht dolle Autos, offen und geschlossen“, er beobachtet Wohnmobile aus Holland, Dänemark und Schweden.

Der Silberstreif am Horizont: Ende kommender Woche soll die Fahrt über die B431 durch Neuendorf wieder frei sein.

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erstellt am 01.Aug.2014 | 12:00 Uhr

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