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Elmshorner Nachrichten

23. August 2017 | 23:49 Uhr

Elmshorn : Ausgliederung vorerst gescheitert

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kirchenkreis wollte neue Gesellschaft zur Verwaltung der Kindertagesstätten gründen – doch die Synode machte nicht mit.

Elmshorn | Es sollte ein gravierender Einschnitt in die Verwaltungsstrukturen der evangelischen Kindergärten werden. Doch die Pläne des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf zur Gründung eines Kita-Werkes sind vorerst auf Eis gelegt. Die Synode hat der Kirchenspitze am Donnerstagabend einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach viereinhalbstündiger, zum Teil hitziger Debatte in den Räumen der Gemeinschaft in der Evangelischen Kirche an der Elmshorner Feldstraße sprachen sich die Teilnehmer der Synode gegen die Pläne aus. Das kam für Propst Thomas Bergemann und seine Verwaltungsspitze völlig überraschend. Noch kurz vor der Sitzung hatten sie Pressevertretern ihr Konzept vorgestellt. Dieses sah vor, dass zum 1. Januar 2015 eine ausgegliederte gemeinnützige GmbH die Trägerschaft der evangelischen Kindertagesstätten übernimmt.

Die Synode sieht zwar auch die Notwendigkeit für Veränderungen, doch offenbar nicht in diesem Tempo. Deshalb wurde die endgültige Ausgliederung vertagt. Stattdessen soll das Diakonische Werk erst einmal ein Geschäftsbereich Kindertagesstätten gründen und einen Geschäftsführer einstellen. Welches Modell dann zum Tragen kommt, sprich die vom Kirchenkreis gewünschte Gründung einer eigenen Gesellschaft oder die Verwaltung der Kitas über den neuen Bereich des Diakonischen Werks, will die Synode zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Wann der Geschäftsbereich gegründet wird, ist unklar. Zunächst bleibt also vorerst alles beim Alten.

Von dem geplanten Kita-Werk erhofft sich der Kirchenkreis kürzere Entscheidungswege und die Entlastung der Pastoren und Ehrenamtlichen. Bisher gibt es im Bereich Rantzau-Münsterdorf 46 Kindertagesstätten, fünf davon in Elmshorn. Träger der Einrichtungen sind bislang Kirchengemeinden oder – wie in Elmshorn – Kirchengemeindeverbände. Das soll sich ändern.

„Wir haben das Konzept des Kita-Werkes den Gemeinden bereits vorgestellt“, sagt Sven Vierenklee, Geschäftsführer Leitende Organe des Kirchenkreises Rantzau. Er und seine Mitarbeiter haben seit Beginn des Jahres an dem Projekt getüftelt. „Die Anforderungen an das Kita-Geschäft haben sich verändert. Wir brauchen ein professionelles Management“, so Vierenklee.

Oft seien in den Gemeinden Pastoren oder ehrenamtliche Kirchenvorstände mit Aufgaben der Trägerschaft von Kitas betraut und belastet. Vierenklee: „Wir haben uns gefragt, wie wir das ändern können, dafür sorgen können, dass Kapazitäten frei und die Entscheidungswege kürzer werden?“ Die Lösung sei eine Bündelung der Arbeit in einem Kita-Werk. „Es gibt so etwas bereits flächendeckend, wir ziehen nach“, sagt Propst Thomas Bergemann. Erfolgreiche Kita-Werke seien zum Beispiel in Dithmarschen oder Hamburg zu finden. „Unser Ziel sind nicht Einsparungen. So wie es jetzt aussieht sparen wir kein Geld“, sagt Sven Vierenklee.

Die neu zu gründende Träger-Gesellschaft würde dem Diakonischen Werk in Elmshorn angegliedert werden. Eineinhalb Stellen für betriebswirtschaftliche und pädagogische Arbeit sollten für das Kita-Werk neu ausgeschrieben werden. Das ist nun erst einmal hinfällig.

Die Abgabe der Trägerschaft an das geplante Kita-Werk wäre für die bisherigen Träger nicht bindend. Doch der Kirchenkreis rechnet damit, dass sich viele Gemeinden und Gemeindeverbände dafür entscheiden würden. „Klar ist, dass es nicht darum geht, die Profile der Kitas zu vereinheitlichen. Jede hat ihr Konzept und ihr langjährig erarbeitetes Profil. Das soll so bleiben“, sagt Sven Vierenklee. Und die Kirchengemeinden würden auch künftig bei Entscheidungen des neuen Trägers mitreden können.

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erstellt am 20.Sep.2014 | 16:00 Uhr

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