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Trickbetrüger in Elmshorn : Auffällig viele kreative Bettler

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Naturkatastrophen, Behinderungen und Bauvorhaben – Betrüger in Elmshorn finden viele Gründe, um Geld zu erbetteln. In den vergangenen Wochen häufen sich die Fälle von betrügerischem Spendensammeln und Trickbetrug.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 17:09 Uhr

Elmshorn | In der Einkaufsstraße, vor großen Supermärkten oder in Einkaufszentren – wo viele Menschen sind, hoffen Trickbetrüger auf große Beute. In Elmshorn und Umgebung fielen in den vergangenen Wochen vermehrt Spendensammler auf, die durch Betrug an Geld kommen wollten. Etwa ein Dutzend Fälle wurde der Elmshorner Polizei kürzlich gemeldet, einige Täter konnten vorläufig festgenommen und mehrere Strafverfahren eingeleitet werden.

Das Geld der Elmshorner wollten die Betrüger aus ganz unterschiedlichen – vorgetäuschten – Gründen haben: Einige Männer spielten mit Krücken oder Rollstühlen Behinderungen vor, manche Frauen und Mädchen stellten sich taubstumm und zeigten den Passanten Karten, auf denen ihre missliche Lage erklärt war. Ebenfalls mit Karten versuchten andere zu belegen, dass sie Opfer einer Naturkatastrophe geworden waren oder ein Kind mit Fehlbildungen, wie einem offenen Rücken oder zwei Köpfen, zu versorgen hätten. Auch für den Bau eines Behandlungszentrums zur therapeutischen Betreuung Taubstummer, welches vermeintlich durch die EU unterstützt wird, wurde gesammelt. Letztere Masche kam auch in Wedel häufig zum Einsatz. Nicht selten nutzten Trickbetrüger den Schockmoment, den erschreckende Bilder auslösen, um sich Mobiltelefon oder Portemonnaie des Gegenübers anzueignen.

Spendensammeln an sich sei nicht strafbar, betonte die Elmshorner Polizei, die Vortäuschung falscher Tatsachen oder aggressives Vorgehen beim Betteln jedoch schon. In vielen Fällen sei es schwierig, die Betrüger zu erwischen, erklärte Polizeisprecherin Sandra Mohr. Die meisten Betrüger seien „blitzartig verschwunden“, sobald die Polizei verständigt wurde. Aber auch wenn sie dann zunächst nicht anzutreffen gewesen seien, habe sich manchmal wenig später für die Beamten eine weitere Möglichkeit ergeben, die Kriminellen zu fassen. „Wir brauchen aufmerksame Bürger, die wissen, was dahinterstecken kann, sich nicht blenden lassen und sich kein falsches Mitleid einreden lassen“, sagte Mohr und ermutigte dazu, auffällige Personen über den Notruf 110 zu melden.

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