Auf Platz zwei gestutzt

Enttäuscht: Vanessa Mangels (links) hat den Einzug ins Kollegium am Ende knapp verpasst. Parteifreundin Dörthe Köhne-Seiffert hat ihren Wahlkreis dagegen direkt gewonnen.
Enttäuscht: Vanessa Mangels (links) hat den Einzug ins Kollegium am Ende knapp verpasst. Parteifreundin Dörthe Köhne-Seiffert hat ihren Wahlkreis dagegen direkt gewonnen.

SPD wird vom guten Abschneiden der Linken überrascht / Suche nach Partnern beginnt

shz.de von
08. Mai 2018, 16:00 Uhr

Enttäuschung, Ernüchterung, Erschöpfung: Für die Sozialdemokraten verlief der Wahlabend fast schon tragisch. Die SPD sah zunächst wie der sichere Sieger aus, holte ein Direktmandat nach dem anderen. Doch das Siegerlächeln erstarrte erst und verschwand dann ganz aus den Gesichtern. Aus Gewinnern wurden überraschte Verlierer, aus der bisher stärksten Fraktion die zweitstärkste. „Die Linken haben uns viele Stimmen gekostet“, sagt SPD-Spitzenkandidat Arne Klaus am Tag danach in einer ersten Analyse. Nein, so richtig gut geschlafen hat er nicht. 7,3 Prozent holt die Linke in Elmshorn. Die SPD verliert 8,2 Prozent. „Dass die Linke auf Anhieb so stark wird, hätte ich nicht gedacht“, gibt Klaus unumwunden zu. Und natürlich fragt sich der SPD-Mann ob die SPD im Wahlkampf die soziale Karte genug gespielt hat.

Über 30 Prozent: Verglichen mit dem landesweiten SPD-Ergebnis von 23,3 Prozent ist das zumindest ein kleiner Strohhalm, an dem sich die Elmshorner Sozialdemokraten ein wenig aufrichten. „Natürlich hat der bundesweite Trend sich auch auf unser Ergebnis negativ ausgewirkt“, sagt Fraktionschef Ulrich Lenk. Trotzdem wäre der Wahlabend noch als Erfolg verbucht worden – wenn die CDU am Ende nicht diese 132 Stimmen mehr gehabt hätte. „Es wird ganz bestimmt nicht leichter für uns“, sagt Klaus. Mehrheiten suchen und finden: Das wird die große Herausforderung für die SPD. „Wir können mit allen Parteien zusammenarbeiten“, betont Klaus. Mit Themen und Argumenten überzeugen, da ist dem Sozialdemokraten nicht bange. Er selbst erzielte als Direktkandidat in seinem Wahlkreis mit mehr als 40 Prozent der Stimmen eines der besten SPD-Ergebnisse.

Wenn es um Mehrheiten geht, könnte die neue Partei im Stadtverordnetenkollegium eine wichtiges Wort mitsprechen: die Linke. „Wir werden aber nicht der kleine Partner von einer Partei werden“, sagt Spitzenkandidat Hans-Ewald Mertens. Drei Abgeordnete im Kollegium – der Erfolg hat die Linke selbst überrascht. „Das war unser Wunschtraum.“ Jetzt heißt es für die Partei möglichst schnell arbeitsfähig werden, sich in die Themen einzuarbeiten. „In der Sache können wir uns eine Zusammenarbeit mit allen Parteien vorstellen“, betont Mertens.

Eine neue Partei im Kollegium: Bürgermeister Volker Hatje hatte den Vertretern der Linken schon am Wahlabend angeboten, sie mit den aktuell wichtigen Themen schnell vertraut zu machen. „Wir nehmen die Partei herzlich bei uns auf“, betonte der Verwaltungschef. Die wichtigste Botschaft des Wahlergebnisses sei, dass es auch in Zukunft geordnete Verhältnisse in Elmshorn gebe. „Das ist gut für die Stadt.“

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