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Elmshorner Nachrichten

23. August 2017 | 14:13 Uhr

Auf den Spuren einer Legende

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

„Elmshorn liest“ unterwegs: Ausfahrt zur Meyer Werft in Papenburg am 26. Oktober / Geschichte der „Graf Goetzen“ / Karten im Kulturamt

„Elmshorn liest“ – Das ist längst ein Markenzeichen. Zum fünften Mal gibt es im Herbst das kleine, feine Literaturfestival mit Lesungen, Musik und Aufführungen. In diesem Jahr dreht sich alles um den Roman „Eine Frage der Zeit“ des schweizer Autors Alex Capus. „Elmshorn liest“ dauert vom 29. Oktober bis 1. November. Vorher bieten die Organisatoren einen Appetithappen: In Alex Capus’ Buch spielt der Dampfer „Graf Goetzen“ eine besondere Rolle. Das Schiff wurde 1913 auf der Meyer Werft in Papenburg gebaut. Dorthin führt am 26. Oktober eine Bus-Ausfahrt. Die Reisegruppe aus Elmshorn folgt den Spuren des legendären Schiffs.

Die „Graf Goetzen“ steht im Zentrum einer kuriosen Episode des Ersten Weltkrieg. Das 70 Meter lange Schiff, das den Namen des Ostafrikaforschers und Gouverneurs Gustav Adolf Graf von Goetzen trug, wurde bald nach dem Bau in Papenburg wieder zerlegt. Arbeiter der Meyer Werft verpackten die Einzelteile in 5000 Holzkisten. Die wurden von Norddeutschland nach Afrika transportiert. Am Tanganjikasee fügten Spezialisten das Dampfer-Puzzle wieder zusammen. Die „Goetzen“ nahm ihren Dienst auf dem Gewässer auf.

Im Jahr 1916 versenkte die Besatzung das Schiff nach diversen Bombentreffern. Belgische Soldaten hoben die „Goetzen“. 1920 sank das Schiff im Sturm erneut, um dann von den Briten wieder aus der Tiefe geholt, repariert und 1927 unter dem Namen „Liemba“ erneut in Dienst gestellt zu werden. Noch heute, 100 Jahre später, dreht das Schiff als Transporter seine Runden auf dem Tanganjikasee. Die „Goetzen“ erlangte auch Berühmtheit durch den Hollywoodklassiker „African Queen“ mit Humphrey Bogart und Katharine Hepburn.

Dokumentiert ist die Geschichte des Dampfers im Papenburger „Zeitspeicher“ auf dem Gelände der „Alten Werft“. Dort ist außerdem eine virtuelle Zeitreise zur Entstehungsgeschichte Papenburgs „Vom Moor zum Meer“ und die Historie von Schiffbau und Schifffahrt möglich.

In seinem Roman schildert Alex Capus die Geschichte der „Goetzen“ literarisch verpackt: Drei Männer transportieren für Kaiser Wilhelm das Dampfschiff nach Afrika, um es dort wieder zusammenzubauen. Zu Beginn der Odyssee sind die drei norddeutschen Werftarbeiter fasziniert vom kolonialen Charme Deutsch-Ostafrikas. Dann bricht der Erste Weltkrieg aus und alles ändert sich schlagartig.

Stoff genug für eine spannende Spurensuche in Papenburg. „Die Ausfahrt bietet Chance, mehr über das Schiff zu erfahren und so einen noch intensiveren Zugang zum Roman zu finden“, sagt Peter Köhnke vom Kulturamt. Er organisiert die Ausfahrt. Das Programm ist bereits geplant. Start ist am Sonntag, 26. Oktober, um 6.30 Uhr früh am Elmshorner ZOB (Bahnhof). Gegen 10.30 Uhr erreicht die Reisegruppe die Meyer Werft in Papenburg. Zunächst ist ein Besuch des „Zeitspeichers“ mit ausführlichen Informationen über die „Goetzen“ vorgesehen. Beim gemeinsamen Imbiss(im Preis inbegriffen) stärken sich die Teilnehmer für die anschließend geplante Werft-Führung.

Meyer in Papenburg zählt zu den größten deutschen Werften und hat sich besonders beim Bau von Kreuzfahrtschiffen einen Namen gemacht. Voraussichtlich Gegen 21.30 Uhr endet der Ausflug wieder am Elmshorner ZOB.

Der Bus des Reiseunternehmens Strunk hat 55 Plätze. Karten gibt es im Elmshorner Amt für Kultur und Weiterbildung ab Montag, 2. Juni. Der Fahrpreis beträgt 50 Euro pro Person (inklusive Fahrt, Führungen und Imbiss). Peter Köhnke: „Wir hoffen, das wir mit diesem tollen Angebot Literaturbegeisterte und Freunde der Schifffahrt erreichen.“

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erstellt am 31.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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