Elmshorn/Barmstedt/Horst : Auch Kirchen wollen gepflegt sein

Die Bekämpfung des Schwamms im Holzgebälk der nach dem Brand von 1657 wieder aufgebauten Nikolaikirche läuft seit 2013 und wird insgesamt mindestens 500  000 Euro kosten. In diesem Jahr werden in die Sanierung 207  000 Euro gesteckt.  Es ist die Instandsetzung der Dachkonstruktionshölzer auf der Nordseite geplant.
1 von 2
Die Bekämpfung des Schwamms im Holzgebälk der nach dem Brand von 1657 wieder aufgebauten Nikolaikirche läuft seit 2013 und wird insgesamt mindestens 500 000 Euro kosten. In diesem Jahr werden in die Sanierung 207 000 Euro gesteckt. Es ist die Instandsetzung der Dachkonstruktionshölzer auf der Nordseite geplant.

22 Sanierungsmaßnahmen an Türmen, Kapellen&Co. Zwei Projekte in Elmshorn, je eines in Barmstedt und Horst.

shz.de von
09. Januar 2015, 14:15 Uhr

Elmshorn/Barmstedt/Horst | Der Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf investiert 2015 wieder kräftig in Bauvorhaben der Kirchengemeinden. Insgesamt werden in den kommenden zwölf Monaten mehr als eine Million Euro an Fördermitteln aus den Kassen des Kirchenkreises in 22 Baumaßnahmen der Gemeinden fließen. Die Kirchengemeinden steuern noch zusätzlich einen Eigenanteil von insgesamt fast 375.000 Euro für die vom Kirchenkreis unterstützten Projekte bei.

Das Geld wird vor allem für Sanierungsmaßnahmen an Kirchen, Türmen und Kapellen benötigt. Die beiden aufwendigsten und teuersten Projekte sind dabei die Instandsetzungen in der Elmshorner Hauptkirche St. Nikolai und in der Heiligen-Geist-Kirche in Barmstedt.

Die Bekämpfung des Schwamms im Holzgebälk der Nikolaikirche läuft seit 2013 und wird insgesamt mindestens 500.000 Euro kosten. In diesem Jahr werden in die Sanierung 207.000 Euro gesteckt. Vorgesehen ist die Instandsetzung der Dachkonstruktionshölzer auf der Nordseite. Es ist bereits der dritte Bauabschnitt bei dem Projekt zum Schutze des Gotteshauses, „und es ist leider auch nicht der Letzte“, wie Ute Preuß, Diplomingenieurin für Architektur bei der Bauverwaltung des Kirchenkreises, feststellt.

So ist noch geplant, eine statische Sicherung oberhalb der Orgel wieder herzustellen, die vermutlich bei einer früheren Baumaßnahme an dem Musikinstrument entfernt worden war. Außerdem soll die Anbindung des Kirchenschiffes an das Turmmauerwerk geprüft und auf jeden Fall regensicher hergerichtet werden, damit ein weiteres Eindringen von Feuchtigkeit unterbunden wird.

Der Kirchenkreis springt ein

Die Nikolai-Kirchengemeinde im Herzen Elmshorns ist nicht in der Lage, ihren Eigenanteil bei dem Bauabschnitt in Höhe von 69.000 Euro aufzubringen. Hier springt der Kirchenkreis ebenfalls ein. Grundlage für die zusätzliche Hilfe des Kirchenkreises ist ein Beschluss der Synode als oberstes Entscheidungsgremium: Die gewählten Kirchenvertreter hatten nämlich in der jüngsten Vergangenheit beschlossen, jährlich 5,5 Prozent der Bauinvestitionssumme in einen Rücklagefonds für sechs besonders zu erhaltenen Kirchen zu stellen. Das Geld soll langfristig helfen, diese Gotteshäuser als Wahrzeichen der sechs Regionen im Kirchenkreis zu erhalten.

„Es gibt je eine Kirche in den sechs Regionen, die wir die nächsten Jahrhunderte erhalten wollen. St. Nikolai gehört dazu“, erläuterte Propst Thomas Bergemann im Gespräch mit dieser Zeitung. Zu dem Kirchensextett gehören außerdem Kirchen in Itzehoe, Kellinghusen, Glückstadt und Wilster.

Die Barmstedter Heiligen-Geist-Kirche von 1718 mit ihrem markanten spitzen Turm, soll bis 2017 instand gesetzt werden. Mit den Bauarbeiten ist bereits 2012 begonnen worden und alle Beteiligten hoffen, dass im Jahre 2018 der 300. Geburtstag des Gotteshauses in einer grundlegend sanierten Kirche gefeiert werden kann. Die Gesamtkosten für das ehrgeizige Projekt werden – einschließlich der Sanierung der Außenanlagen – auf gut 1,3 Millionen Euro veranschlagt.

Hölzernen Dachkonstruktion

Für den jetzt anstehenden zweiten Bauabschnitt sind unter anderem die Instandsetzung der hölzernen Dachkonstruktion einschließlich Wärmedämmung, die Herrichtung der Außenwände mit Fugenüberarbeitung, die Renovierung der Außentüren und die Verbreiterung des Durchganges vom Turmraum ins Kirchenschiff vorgesehen. 2015 werden in Barmstedt insgesamt 219.000 Euro investiert, wovon 146.000 Euro der Kirchenkreis und 73.000 Euro die Gemeinde zahlen.

In Elmshorn wird 2015 noch ein zweites Bauprojekt vom Kirchenkreis gefördert: 53.330 Euro bekommt die Emmaus-Kirchengemeinde, um den Turm der Thomas-Kirche an der Breslauer Straße instand zu setzen. Hier müssen sowohl das Verblendmauerwerk als auch der Beton saniert werden. Den zusätzlichen Gemeindeanteil bei der Finanzierung in Höhe von 26.670 Euro kann die Gemeinde aus dem Erlös beim Verkauf eines Pastorates bestreiten.

Jeweils zu gleichen Teilen wird die Finanzierung bei den Bauarbeiten der St.-Jürgen-Kirche in Horst von der Gemeinde und dem Kirchenkreis übernommen. Insgesamt 23.400 Euro kosten die Sicherung der Dachkonstruktion und die Erneuerung der Dachrinne am separaten Glockenturm. Die weiteren Bauprojekte, die in Kirchengemeinden mit Unterstützung des Kirchenkreises verwirklicht werden sollen, sind im nebenstehenden Info-Kasten aufgeführt.

Das sind neben den Bauprojekten in Elmshorn, Barmstedt und Horst die weiteren Maßnahmen, die in den Gemeinden vom Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf unterstützt werden (in Klammern die Gesamtinvestionssumme für 2015):

  • Instandsetzung der Kirchturmspitze der St.-Cyriacus-Kirche in Kellinghusen (168.000 Euro); dort des weiteren die Bekämpfung des Holzwurms in der Empore (19.200 Euro) sowie die Putzsanierung des Westgiebels (30.000 Euro);
  • Dachsanierung der Kirche in St. Margarethen (18.000 Euro) sowie die Instandsetzung der Eingangstüren (10.900 Euro);
  • statische Sicherung des Kirchturms in Neuenbroock (50.000 Euro) und eine Kupferblechverkleidung am Turm (8100 Euro);
  • Dacherneuerung der Kirche in Oelixdorf (96.500 Euro);
  • Sanierung der Kirche Stellau (149.000 Euro);
  • Kirchturminstandsetzung bei der Stadtkirche Glückstadt (25.300 Euro);
  • Mauer- und Betonsanierung bei der St.-Michaelis-Kirche in Itzehoe (67.000 Euro) sowie die Turmsanierung (51.000 Euro) und bei der St.-Laurentii-Kirche eine Dacherneuerung (88.000 Euro);
  • Mauersanierung bei der St. Marienkirche in Heiligenstedten (31.000 Euro) sowie Instandsetzung des dortigen Glockenstuhls 25.000 Euro);
  • Instandsetzung der Kapelle in Kremperheide (8000 Euro);
  • Fenstersanierung bei der Dreifaltigkeitskirche in Hohenlockstedt (76.500 Euro) und Malerarbeiten an der Außenwand des Giebels (6750 Euro).
zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen