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Tag der Industriekultur in Elmshorn : Auch die Klostersande öffnet die Luken

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Am Tag der Industriekultur dreht sich in Elmshorn alles um den Hafen. Das Motorfrachtschiff ist zum ersten Mal dabei.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2015 | 10:00 Uhr

Elmshorn | 32 Jahre lang ist der Motorfrachter „MS Klostersande“ zwischen Hamburg und Elmshorn hin- und hergependelt, um die Köllnflocken-Werke mit Hafer zu versorgen. Nach der Ausmusterung des Schiffs im Jahr 2000 kümmert sich jetzt ein Förderverein darum, dass dieses schwimmende Stück Elmshorner Geschichte im Hafen bleibt und an dessen Blütezeit erinnert.

Erstmals kann die „Klostersande“ in diesem Jahr bei den „Tagen der Industriekultur am Wasser“ am Sonnabend, 3. Oktober, von 14 bis 17 Uhr und Sonntag, 4. Oktober, von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Bei diesem Kulturprojekt der Metropolregion Hamburg laden über 100 historische Industrieanlagen und -museen an 60 Orten zu einer Entdeckungsreise in die Welt der Industrie und Technik ein.

Hans Barzel vom Förderverein der „Klostersande“ hat für den Motorfrachter vor allem zwei Besuchergruppen ausgemacht: „Zum einen kommen ältere Leute, die die Klostersande 20 Jahre lang die Krückau rauf- und runterfahren haben sehen und zum Teil noch nie auf dem Schiff waren. Und zum anderen hatten wir beim Hafenfest einen sehr guten Zulauf von jungen Leuten.“ Das habe ihn selber überrascht, aber in Zeiten von hochtechnisierten Abläufen fasziniere die Leute die Maschine der Klostersande, die mit Seilzügen immer noch zuverlässig funktioniert. „Wir kriegen diese Besucher aus dem Maschinenraum gar nicht mehr raus“, sagt Barzel und lächelt.

Für die Tage der Industriekultur arbeitet der Förderverein mit dem Industriemuseum und dem Stadtarchiv eng zusammen. „Wir wollen zum Beispiel historische Bilder vom Hafen zeigen“, erklärt Barzel. Davon, wie der Hafen früher ausgesehen hat, sei schließlich kaum noch etwas zu sehen. „Die Schienen wurden herausgerissen, die Hafenbahn fährt nicht mehr und bis auf die Klostersande gibt es ja auch kaum noch Schiffe.“ Zu sehen sein werden auch die Baupläne der „Elmshorn“, des sogenannten „Ködel-Dampfers“ mit dem die Fäkalien der Stadt nach Hamburg transportiert wurden. Um die Geschichte wieder ein bisschen lebendig zu machen, wollen die Eisenbahnfreunde Elmshorn im Bug der Klostersande außerdem ein Modell des Südufers zeigen.

 Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte noch ein reges Treiben im Hafen. Auf dem Schiff sind die Wäger bei der Arbeit zu sehen.
 Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte noch ein reges Treiben im Hafen. Auf dem Schiff sind die Wäger bei der Arbeit zu sehen.
 

Neben der Klostersande öffnet an den Tagen der Industriekultur auch das Industriemuseum seine Türen. Am Sonnabend ist es von 14 bis 17 Uhr geöffnet. An diesem Tag wird auch von 15 bis 17 Uhr eine Stadtführung durch den Elmshorner Hafen angeboten. Um 1900 war eine der wichtigsten Personen dort der Getreidewäger. Auf dem Rundgang nimmt der Wäger seine Besucher mit auf eine Zeitreise. Treffpunkt ist am Industriemuseum. Am Sonntag ist das Museum von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Von 15 bis 16 Uhr gibt es eine Führung durch das Museum, die den Wandel von Leben und Arbeit durch die Industrialisierung lebendig werden lässt.

Der Museumseintritt kostet inklusive der Führungen an beiden Tagen jeweils 3 Euro. Weitere Informationen gibt es unter www.tagederindustriekultur-hamburg.de
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