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Elmshorner Nachrichten

22. Oktober 2017 | 18:27 Uhr

Elmshorn : Artothek zieht in die Bücherei

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Kunstsammlung verlässt den Standort im Torhaus. Die Stadt erhofft sich mehr Aufmerksamkeit für die Ausleihe von Druckgrafiken.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Gute Kunst günstig ausleihen? Das ist die Idee, die hinter der Elmshorner Artothek steckt. Seit 2004 ist die Sammlung von zurzeit 200 Druckgrafiken renommierter Künstler im Torhaus am Probstendamm untergebracht. Dort können Interessierte gegen eine Gebühr Bilder für eine bestimmte Zeit ausleihen. Die städtische Einrichtung ist einmalig im Kreis Pinneberg. Doch die Besucherzahlen sind bescheiden. Deshalb haben die Politiker des Kulturausschusses jetzt dem Umzug der Artothek in die Stadtbücherei zugestimmt. Das Ziel: mehr Aufmerksamkeit für das Kunst-Angebot.

Für die Verwaltung ist die Artothek ein „wichtiger kultureller Standortfaktor“ der künftig mehr „in den Fokus der Öffentlichkeit “ gerückt werden soll. „Wir erhoffen uns mit dem Umzug ins Gebäude der Bücherei auch mehr Publikum für dieses tolle Angebot“, sagt Rita Schliemann, Leiterin des Amtes für Kultur- und Weiterbildung.

Und tatsächlich: Die Artothek hat Kunstfreunden eine Menge zu bieten. Arbeiten so bekannter Künstler wie Barlach Heuer, Friedel Anderson, Walter Arno, Wolfgang Werkmeister, Falko Behrendt, A. Paul Weber, Otto Beckmann, Ulrich Behl und Carl-Henning Pedersen sind im Angebot. Die Ausleihgebühren sind niedrig (siehe Info).

Die große Schwäche der Einrichtung ist ihre Lage. Der Raum im Dachgeschoss des Torhauses ist nur über eine enge Treppe zu erreichen – beschwerlich für ältere Interessenten. Weiteres Manko: Die Artothek ist bislang nur an einem Tag in der Woche geöffnet. Rita Schliemann: „Leider ist der Raum nicht gut zugänglich. Wir haben dort auch keine Laufkundschaft. Die Bücherei bietet bessere Möglichkeiten“.

Die Sammlung soll im Dachgeschoss der Bibliothek an der Königstraße untergebracht werden. Besucher können den Raum bequem per Lift erreichen. Der Umzug soll nach den Vorstellungen der Verwaltung Ende des Jahres „weitgehend Kostenneutral“ über die Bühne gehen. Lediglich überschaubare Renovierungsarbeiten wie kleine Malerarbeiten und die Installierung von Leitungen für PC und Telefon sind erforderlich. „Die Verlegung der Artothek in die Stadtbücherei ist eine sehr gute Idee. So erreichen wir noch mehr Interessenten“, sagt Thorsten Mann-Rausdies (SPD) Vorsitzender des Kulturausschusses. Er weist darauf hin, dass rund 800 Menschen täglich die Angebote der Stadtbücherei an der Königstraße nutzen.

Das Team der Bibliothek hat bereits Ideen für den Betrieb der Artothek in ihrem Haus entwickelt. Mitglieder des Freiwilligenforums könnten neben den Buchtransporten auch Bilder zu den Ausleihern bringen. Auch könnten Kunstwerke aus der Artothek in den Fluren der Bücherei präsentiert werden, um Interesse zu wecken. Das Kulturamt denkt an Flyer und die Präsenz im Internet. Geplant ist ebenfalls eine Ausweitung der Öffnungszeiten.

Die Betreuung der Artothek übernehmen auch am neuen Standort Mitglieder des Elmshorner Kunstvereins. Zurzeit kümmern sich Hinrich Köhncke und Hans-Jürgen Witte um den Betrieb. Beide wollen sich aber zurückziehen. Nachfolger wird Klaus-Ulrich Sembill. Ihm steht Barbara Witte zur Seite.

Die Zusammenführung von Artothek und Bücherei ist übrigens keine neue Idee. Das Modell hat sich in Mölln unter dem Motto „Bilder leihen wie Bücher“ bereits bewährt.

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