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Elmshorn/Kollmar : Arne Tiedemann veröffentlicht neues Buch

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Autor sammelt in „Endlich 40 – das war mein Leben“ seine beliebten Kolumnen aus den Elmshorner Nachrichten.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Elmshorn / Kollmar | Drei-Tage-Bart, Schiebermütze, schwarzer Mantel und eine Armbanduhr mit dem Logo der Tagesschau. So sitzt Arne Tiedemann auf einer Bank am Elbstrand in seinem Heimatdorf Kollmar. Er wirkt entspannt, doch in Wirklichkeit spinnen sich in seinem Kopf Geschichten zusammen. Geschichten über den Biker mit der schwarzen Kluft und der langen Mähne oder den Badegast mit Goldkettchen, der seinen gebräunten Bierbauch zur Schau stellt. Eine Auswahl seiner Anekdoten, die er jeden Dienstag in den Elmshorner Nachrichten in der Rubrik „Elbansichten“ erzählt, hat der Kolumnist – ergänzt um einen Rückblick auf sein Leben – in seinem neuen Buch „Endlich 40 – das war mein Leben“ zusammengestellt.

Tiedemann nimmt kein Blatt vor den Mund. Viele seiner Geschichten spielen in seinem Geburtsort Kollmar, in dem er den Tag der Sperrmüll-Abholung als „so etwas wie Sommerschlussverkauf, Plündern und Volksfest in einem“ beschreibt. Die Nachbarstadt Elmshorn, in der Tiedemann seit dem vergangenen Jahr wohnt, kommt nicht gut weg. Schon als Kind sei sie für ihn „ein furchtbares, strenges, sadistisch angehauchtes Denkmalmonster“ gewesen, während in Kollmar die Welt „noch in Ordnung“ sei. Beides sei natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen, sagt der Autor, der im November vergangenen Jahres seinen 40. Geburtstag feierte. Von „Midlife-Crisis“ und Panik vor dem herannahenden Ende seines Lebens spricht er in seinem Buch. Wie viele seiner Geschichten sei auch das nicht so ganz ernst zu nehmen, sagt Tiedemann: „Ich habe keine Angst vor dem Leben.“

Egal ob beim Spazierengehen, beim Zugfahren oder in der Kneipe – das Originelle sticht dem Kolumnisten und Kulturliebhaber sofort ins Auge. Um seine EN-Kolumne zu verfassen, muss er meist nicht lange überlegen. Oder – wie er es ausdrückt: „Meine Geschichten kommen zu mir. Ich habe Spaß daran, Alltagssituationen zu erzählen und ein bisschen auszuschmücken.“

Dass er mit seinen Anekdoten auch mal aneckt, stört den Freigeist nicht. So bekommt im aktuellen Buch beispielsweise seine Oma ihr Fett weg („Bei ihr im Haus roch es auch so typisch nach alten Leuten“) oder seine ehemalige Sportlehrerin („Sie schrie, rief, johlte, krähte und meckerte die ganze Zeit markerschütternd durch die Turnhalle“). Genauso humorvoll nimmt er allerdings auch sich selbst auf die Schippe, wenn er seinen Beruf als Bibliothekar an der Hamburger Musikhochschule als verstaubt und langweilig beschreibt: „Eine Entscheidung, die ich heute so in der Form nicht nochmal treffen würde.“

Das Buch gipfelt in einer Zusammenstellung der Geschichten, mit denen eigentlich alles begann, den sogenannten „Kachelreporten“. In diesen ebenso kritischen wie humorvollen Zeilen beschreibt Tiedemann „Duschkapazitäten“ und „Fußpilzkontamination“ der Umkleidekabinen von Sportvereinen im Kreis Steinburg, sei es der SV Wellenkamp oder der SV Peissen. Die Texte gehen zurück auf seine Zeit als Fußballer in der Kreisklasse, die er „so etwas wie sportliches Krisengebiet, dafür aber auf alle Fälle authentisch“ nennt. Als Spieler beim TSV Kollmar kam er gemeinsam mit einem Mannschaftskollegen auf die „Schnapsidee“, die Umkleidekabinen von Vereinen zu bewerten. Aus diesen Geschichten wurde schließlich die Idee geboren, regelmäßig für die Zeitung zu schreiben.

Schließlich blickt der 40-Jährige in seinem Buch auch auf die Zukunft. Zehn Dinge nimmt er sich vor, die er bis zu seinem 50. Geburtstag unbedingt gemacht haben will, unter anderem Silikon-Brüste anfassen und eine Prügelei durchstehen. Viel ändern wird sich aber anscheinend in seinem Leben nicht: „Ich bin zu dem Fazit gekommen, dass ich dann immer noch das machen werde, was ich jetzt mache: Als Bibliothekar arbeiten und Kolumnen schreiben.“

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