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Elmshorner Nachrichten

21. August 2017 | 14:04 Uhr

Arne Tiedemann: „Setzen – Sechs!“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Comedy Der EN-Kolumnist gewährte dem Publikum Einblicke in seine Schulzeit

Jeder Mensch hat eine Vergangenheit – auch eine schulische. Doch diese scheint auf den Elmshorner Freigeist und Kolumnenschreiber Arne Tiedemann besonders zu drücken.

Nachdem er zuletzt in der ihm eigenen Art seine Leiden als 40er („Endlich 40“) öffentlich vorgetragen und damit sicherlich auch ein Stückchen Vergangenheitsbewältigung betrieben hat, unternahm er mit dem Publikum im Haus 13 am Wochenende abermals eine ironisch-amüsante Zeitreise in seine Vergangenheit. Dabei gewährte er Einblick in das Seelenleben des Schülers Arne Tiedemannn, der in Kollmar aufwuchs und sich in seiner Heimatgemeinde und im benachbarten Glückstadt durch den Unterricht hangelte – mit Erfolg, denn er konnte den „aktiven Schuldienst“ ohne richtigen Abschluss verlassen.

In der Veranstaltung im Haus 13 kam alles „auf den Tisch“: Stundenpläne, Unterrichtsfächer, Lehrer, Schulatmosphäre, primitive Schlägertypen in Form von Schulkameraden: Er ließ nichts aus. Auch die mehr oder minder schlechten Gefühle, die ihn während der gesamten Schulzeit begleiteten und sich bei ihm noch immer einzustellen scheinen, wenn er daran zurückdenkt.

„Ein großer Mann mit Glatze und Brille erzählt Euch etwas über Bildung“, versprach er zu Beginn der Veranstaltung den Zuhörern. Doch bevor er tatsächlich in medias res ging, musste natürlich ein Klassensprecher gewählt sowie über Verhaltensmaßregeln beispielsweise bei Feueralarm aufgeklärt werden.

Der erste Schultag des Wahl-Elmshorners datiert auf den 25. August 1980 – „da fing die ganze Dreckscheiße“ an, wie er drastisch formulierte. Zwei Tage lang machte ihm die Penne Spaß, dann kam die Frage nach dem „F“ – und es war für immer vorbei. „Wie heißt dieser Buchstabe?“ wollte die Lehrerin wissen. Tiedemann gab die Antwort: „Ein F“. Doch diese Antwort war zu seiner grenzenlosen Überraschung falsch. Ein anderer Schüler wusste es besser: Er erzeugte mit Hilfe ausströmender Luft das entsprechende Geräusch, das diesen Buchstaben kennzeichnet, und wurde dafür gelobt. Fortan verabscheute er den Unterricht, aber nicht nur ihn, sondern auch die Kontroversen mit seinen Mitschülern.

Schließlich aber stand der Schulwechsel an. „Ja, ich kam aufs Gymnasium, obwohl ich da eigentlich nichts zu suchen hatte“, sagte der Erzähler, der nun erst recht vom Leder zog – zum Amüsement des Publikums, das aus dem Lachen nicht mehr herauskam. Die Geschichten, die der Elmshorner aus seinem Leben erzählt, sind amüsant und witzig. Bisweilen kommt er auch schon einmal ruppig oder unflätig daher, aber das ist die Würze, die dazu gehört. Was wäre ein Arne Tiedemann, der ein Blatt vor den Mund nehmen oder falsche Rücksicht üben würde? Tiedemann ist, wie bereits erwähnt, ein Unangepasster, ein Freigeist.


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