Arbeitsplätze in der Region : Arbeit und Wohnen im Kreis Pinneberg – Elmshorn ist vorn

In Kommunen, die an der Hamburger Stadtgrenze liegen, finden sehr viele Menschen in der Metropole einen Arbeitsplatz.
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In Kommunen, die an der Hamburger Stadtgrenze liegen, finden sehr viele Menschen in der Metropole einen Arbeitsplatz.

Fast 23.000 Menschen aus dem Kreis Pinneberg arbeiten an ihrem Wohnort. Bei den Pendlern überwiegt die Zahl der Auspendler.

shz.de von
18. Januar 2018, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Mit dem Fahrrad zur Arbeit – vielleicht sogar zu Fuß. Ein Privileg, das im Kreis immerhin 22.951 Menschen haben. Denn sie wohnen in der Kommune, in der auch ihr Arbeitsplatz ist. Während ihre Kollegen sich noch in überfüllten Zügen drängeln oder mit ihren Autos genervt in Staus stehen, genießen sie schon entspannt ihren Feierabend. Vor allem Arbeitnehmer aus Elmshorn können diese angenehme Situation genießen. Das geht aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit (Erstellung 2. November 2017) hervor. 

Dass die meisten Menschen, deren Wohnort gleichzeitig Arbeitsort ist, in Elmshorn leben (6994), ist nicht überraschend. Schließlich ist Elmshorn mit 49.206 Menschen die größte Stadt des Kreises (Quelle: Statistikamt Nord, Stand 31. Dezember 2017). Und Arbeitgeber wie die Regio-Kliniken, die Kreisverwaltung oder die Köllnflockenwerke sorgen dafür, dass es in der Stadt viele Arbeitsplätze gibt.

Zweitgrößte Stadt des Kreises Pinneberg ist Pinneberg mit 42 638 Menschen. Verhältnismäßig wenige von ihnen (2942) haben einen sozialversicherungspflichtigen Job in ihrem Wohnort. Dafür aber viele Menschen aus dem Umland: Allein aus Elmshorn pendeln 4439 von ihnen täglich zum Arbeiten in die Kreisstadt.

Viele Arbeitsplätze vor Ort in Wedel

Anders Wedel: Die drittgrößte Stadt des Kreises (33.322 Einwohner) kann 3658 ihrer Bürger Arbeitsplätze vor Ort bieten. Auch das unter den acht Städten des Kreises Pinneberg bei der Bevölkerungszahl mit 18272 Menschen nur auf Platz sechs stehende Uetersen ist bei der Zahl der Arbeitsplätze für Menschen aus der Stadt dank Firmen wie Nordmark und Feldmuehle mit 1520 auf Platz vier.

Schenefeld (19.168 Menschen, 1056 Arbeitsplätze für Schenefelder) und Quickborn (20.808 Menschen, 1288 Arbeitsplätze für Quickborner ), sind aufgrund ihrer Nähe zu Hamburg nicht die großen Job-Reservoirs. Und die kleinsten Städte im Kreisgebiet, Tornesch (13319 Einwohner, 803 Arbeitsplätze für Tornescher) und Barmstedt (10.283 Einwohner, 769 Arbeitsplätze für Barmstedter), können mit den großen nicht mithalten.

Dass von 1357 Helgoländern 622 einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz in der eigenen Gemeinde haben, ist auf einer Hochseeinsel nicht verwunderlich.

Interessant ist allerdings, dass in eher kleinen Gemeinden wie Holm mit 3221 Einwohnern immerhin 156 einen Arbeitsplatz an ihrem Wohnort haben. Ähnlich ist es in Klein-Offenseth Sparrieshoop: 111 der 2998 haben nur einen kurzen Arbeitsweg.

Die wenigsten Arbeitsplätze für Bürger aus der Gemeinde bietet das 580-Einwohner-Dorf Raa-Besenbek mit 5. Im mit 594 Menschen ähnlich kleinen Langeln finden mit 10 doppelt so viele Menschen Arbeitsplätze am Wohnort. Noch besser sieht es in der kleinsten Gemeinde des Kreises Pinneberg, Bullenkuhlen, aus: 20 der 349 Einwohner arbeiten dort.

In der Großgemeinde Halstenbek arbeiten trotz der Wohnmeile nur 484 von 17530 Menschen in ihrem Wohnort. Ähnlich in Rellingen: Lediglich 632 der 14 307 Bürgern sind dort beschäftigt.

In 48 Kommunen mehr Auspendler

Allerdings spielt auch die Lage der Gemeinden eine Rolle: In Kommunen, die an der Hamburger Stadtgrenze liegen, finden sehr viele Menschen in der Metropole einen Arbeitsplatz. In Kommunen, die weiter weg von Hamburg sind, ist das nicht ganz so: Im mit 1340 Einwohnern eher kleinen Westerhorn haben immerhin 53 Menschen Arbeit an ihrem Wohnort und in Osterhorn (432 Einwohner), sind es mit 40 fast zehn Prozent der Einwohner.

Trotz kreisweit immerhin 22.951 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen: In 48 von 49 Kommunen (die Insel Helgoland ist die Ausnahme) überwiegt die Zahl der Bürger, die Arbeit außerhalb ihrer Gemeinde haben. Zahlreiche von ihnen arbeiten dennoch im Kreisgebiet. Nur eben nicht an ihrem Wohnort. Sie pendeln täglich ein. Die mit Abstand meisten Arbeitsplätze finden die Menschen aus dem Kreis Pinneberg aber weiterhin in Hamburg: Aus Elmshorn: 5089; Pinneberg: 7786; Wedel: 6164, Halstenbek: 3934; Quickborn: 3573; Rellingen: 2807; Schenefeld: 5083; Tornesch: 1993; Uetersen 1836; Barmstedt: 864. Mehr Barmstedter, 1335, pendeln allerdings nach Pinneberg.

Apropos pendeln: Dass die Zahl der Auspendler die der Einpendler übersteigt, ist nicht überall an der Westküste Schleswig-Holsteins der Fall: In Itzehoe ist die Zahl der Auspendler mit 5828 mehr als doppelt so hoch wie die der 11.697 Einpendler. Ähnlich ist es in Heide: 3732 Auspendlern stehen 7345 Einpendler gegenüber. Auch in Brunsbüttel mit Großbetrieben wie Bayer pendeln mit 3827 mehr Menschen ein als aus (2190). Noch krasser ist es in die Husum: In die Kreisstadt Nordfrieslands kommen mit 11494 rund viermal so viele Menschen zum Arbeiten wie Husumer in andere Orte zur Arbeit fahren.

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