zur Navigation springen

Ganzes Waldstück abgeholzt : Anwohner über Baumfällaktion an der Kaltenweide entsetzt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Behörden wussten von nichts. Der Eigentümer schweigt zu den Vorfällen.

von
erstellt am 23.Jan.2016 | 15:00 Uhr

Elmshorn | Anwohner im Bereich der Straße Kaltenweide sind entsetzt. Einer ihrer Nachbarn hat auf seinem Privatgrundstück ein ganzes Wäldchen abgeholzt. Stadt und das zuständige Forstamt wussten von nichts. Noch ist allerdings nicht klar, ob sich der Eigentümer damit strafbar gemacht hat. Die Prüfung bei der Unteren Forstbehörde läuft.

Axel Sürsen von der Forstbehörde kümmert sich um den Fall. Am Donnerstag, gleich nachdem das Amt von der Aktion Kenntnis erhalten hatte, war er vor Ort. Zu spät. Das Fichten-Wäldchen war bereits gerodet. Auf eine Reaktion des Eigentümers wartete er auch gestern noch vergeblich. Diese ist aber entscheidend. Sollte dieser nämlich planen, den Wald wieder aufzuforsten, hätte sich die Sache erledigt. Auch eine Naturverjüngung wäre möglich. Das heißt, das Grün wächst langsam von alleine wieder nach.

Doch damit rechnen die aufgebrachten Nachbarn nicht. Sie vermuten, dass auf dem Grundstück in zweiter Reihe zur Kaltenweide Häuser oder ein Mehrfamilienhaus entstehen soll. Da es sich bei dem Besitzer um einen bekannten Elmshorner Geschäftsmann handelt, spekulieren sie sogar schon wild über einen möglichen Deal mit der Stadt. Diese habe womöglich weggeschaut, damit der Geschäftsmann der Stadt in anderen Sachen entgegenkommt. Die Verwaltung weist solche Anschuldigungen weit von sich. „Wir sind überhaupt nicht zuständig. Wir sind von Anwohnern auf die Aktion aufmerksam gemacht worden und haben sofort die zuständige Forstbehörde eingeschaltet“, heißt es aus dem Flächenmanagement.

Noch wartet die Forstbehörde ab, ob sich der Eigentümer äußert. Ansonsten würde geprüft, ob die Waldfläche größer als 0,3 Hektar ist. Ist dies der Fall, wäre zwingend eine Genehmigung erforderlich gewesen. Dann würde es je nach Schwere des Falls eine Geldbuße geben. „Der Bereich ist Wald und bleibt Wald. Hier liegt kein Umwandlungsantrag vor“, betonte Sürsen. Und auch die Stadt beruhigt erst einmal: „Ein Bauantrag für das Gebiet gibt es nicht.“

Mit Spannung erwarten die Nachbarn jetzt die weitere Entwicklung. Auch auf Anfrage unserer Zeitung gab der Eigentümer gestern ebenfalls keine Stellungnahme ab. Vermutlich wäre es ihm am liebsten gewesen, er hätte die ganze Sache unter dem Teppich halten können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen