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Klaus-Groth-Promenade : Anwohner machen ihrem Ärger Luft

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

„Wir sind nicht bereit, die Kosten zu tragen“: Die geplante Straßen-Sanierung stößt auf Ablehnung und Unverständnis.

von
erstellt am 26.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Die Anwohner der Klaus-Groth-Promenade sind sauer: Einige von ihnen haben erst aus der Zeitung erfahren, dass sie für eine geplante Sanierung ihrer Straße zahlen sollen. Unverständnis, Wut, Resignation unter den Anliegern. Hauptschuldige sind ihrer Ansicht nach die Stadt Elmshorn, die angrenzende Spedition sowie die an der Straße stehenden Pappeln.

Doch der Reihe nach: Wie berichtet, hält die Stadt den Straßenbelag der Klaus-Groth-Promenade für nicht mehr reparabel. Zudem wird die Straße den Anforderungen nicht mehr gerecht. Denn: Mehrere Lkw müssen täglich die Straße passieren, um das angrenzende Gewerbegebiet am ehemaligen Güterbahnhof zu erreichen.

Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf 750 000 Euro, ein Teil soll auf die privaten und gewerblichen Anlieger verteilt werden – das können pro Anlieger bis zu 20 000 Euro sein. Ein Schock für viele Anwohner. „Wir sollen für etwas zahlen, das andere kaputtmachen. Das ist ungerechtfertigt“, empört sich Anwohnerin Christa Schlüter (64). „Wir sind nicht bereit, die Kosten zu tragen“, pflichtet ihr Ehemann Heinz (64) bei. Jahrelang seien in ihrer Straße keine Instandhaltungsmaßnahmen mehr erfolgt. Hinzu komme die Belastung durch den Lkw-Verkehr, der jeden Tag die Spedition ansteuert. „Warum hat die Stadt Elmshorn nie Vorsorge betrieben? Gehandelt wird nur, wenn es keine andere Lösung mehr gibt – und die Kosten auf die Anwohner abgewälzt werden können“, fügt er hinzu. Dem Ehepaar sind zudem die 64 Jahre alten Pappeln ein Dorn im Auge. „Die Straße ist durch die Wurzeln der Bäume aufgebrochen – schon vor 15 Jahren hätten sie gefällt werden müssen. So wie in der Kremper Marsch“, betont Schlüter.

Anwohner Andreas Kirstin (46) ist indes noch guter Dinge: „Ich habe keinen Gehweg vor dem Haus, hoffe daher nicht an den Kosten beteiligt zu werden.“ Die Sanierung für die Lkw sei nicht in seinem Interesse. Auch für Michael Kähler (49), Chef eines ansässigen Maschinenbau-Betriebs, sind die Pläne der Stadt nicht nachvollziehbar. „Ich bin dafür, dass die Straße instand gehalten wird. Aber eine Sanierung lehne ich ab.“

Sind Lkw für die Schäden verantwortlich?

Als vermeintlich Schuldiger gilt die angrenzende Spedition von Martin Meineke (48). Seit rund fünf Jahren betreibt der Eigentümer des Grundstücks am alten Güterbahnhof sein Gewerbe. Täglich erreichen zehn bis 15 Lkw das abgeschiedene Gelände. Er zeigt sich einsichtig. „Wir möchten nicht abstreiten, dass unsere Lkw die Straße deutlich mehr belasten als Pkw. Aber: Die Klaus-Groth-Promenade ist historisch bis jetzt ein Gewerbegebiet“, betont er.

Die Straßenschäden seien ihm zufolge hauptsächlich im Bereich der den Bahngleisen zugewandten Straßenseite vorhanden. „Diese sind ursächlich durch das Wachstum der angepflanzten Bäume zwischen der Straße und den Bahngleisen entstanden“, so Meineke. Ein weiterer Umstand spreche zudem gegen die These, dass die Lkw verantwortlich wären: „Als wir im Jahr 2008 die Lagerhallen übernommen haben, war die Straße schon in einem desolaten Zustand.“ Das Flächenmanagement habe schon damals darauf hingewiesen, dass die Straße erneuert werden muss.

Seine Firma achte darauf, die Belastungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. „Unsere Fahrer werden auf die Problematik hingewiesen. Auch versuchen wir Nachtfahrten zu vermeiden.“

Die Kosten für die Straßen-Sanierung müssten auf alle verteilt werden, so Kähler. Aber: „Der Ball liegt im Feld der Stadt, es muss hier eine sozial-verträgliche Lösung für die Anwohner geben.“ Eine Ratenzahlung, wie von der Stadt Elmshorn nun angeboten, helfe vielen Anwohnern dem Spediteur zufolge nicht.

In der heutigen Kollegiumssitzung um 18 Uhr im Rathaus geht es zwar nicht um die Entscheidung über die Bewilligung der Sanierungs-Gelder. Dennoch wollen einige Anwohner vorstellig werden, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. „Wir wollen die gesamte Straße dafür mobilisieren“, sagt Christa Schlüter.

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