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Elmshorner Nachrichten

18. Dezember 2017 | 18:18 Uhr

Anwohner fordern Tempo-Limit

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Bewohner im Kölln-Reisieker Neubaugebiet fühlen sich getäuscht – laut Plan war ihnen eine Spielstraße in Aussicht gestellt worden

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Thomas Göttsche wohnt mit seiner Familie seit elf Monaten in der Straße Im Köllner Feld – und er ist sauer. Gleiches gilt für Inga und John Pinckert sowie elf weitere Familien, alle mit kleinen Kindern im Grundschul- oder Kindergartenalter. Der Grund: Die Straße, welche in Kölln-Reisiek zwei Neubaugebiete (B-Pläne Nr. 16 und Nr. 17) erschließt, ist durchgehend mit Tempo 30 ausgeschildert. Das reicht den Anwohnern nicht. Sie fordern, zumindest in einem Teilbereich eine sogenannte Spielstraße – mit der entsprechenden Beschilderung – einzurichten, in der Autos nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen. „Das ist dringend erforderlich, bevor hier jemand überfahren wird“, sagt John Pinckert.

Er und Göttsche fühlen sich getäuscht. „Wir sind davon ausgegangen, dass das hier eine Spielstraße wird“, klagt Göttsche und hält einen Plan in der Hand, den er vor dem Grundstückskauf von dem Investor, der die Gebiete in der Elmshorner Nachbargemeinde erschließt und dann die Grundstücke über zwei örtliche Makler verkauft, erhalten hat. Dort ist neben einem Verkehrsschild „Zone 30“ auch eines „Verkehrsberuhigter Bereich“ eingezeichnet. In der Realität warten die Anwohner im Bereich der Hausnummer 40 bis heute auf das Schild mit den symbolisierten spielenden Kindern auf blauem Hintergrund.

Zwar machte die Straße eine Verschwenkung und ist nicht geteert, sondern in Rot und Grau aufgepflastert, zwar gibt es dort Sitzbänke und der Bürgersteig ist ohne sichtbare Abgrenzung auf gleicher Höhe mit der Fahrbahn, aber wirklich zur Verkehrsberuhigung trägt dies nach ihrer Beobachtung nicht bei. „Nur bei der Wasserrinne wird abgebremst – um danach wieder Gas zu geben“, hat Inga Pinckert beobachtet. Thomas Göttsche verdeutlicht: „Das soll verkehrsberuhigend wirken, tut es aber nicht.“

Ein erstes Gespräch mit Bürgermeisterin Karin Röder (SPD) war für die Anwohner ernüchternd. Ihr sind die Hände gebunden, da Im Köllner Feld eine durchgehende Erschließungsstraße ist. Lediglich die davon abgehenden Stichwege und seit kurzem die Querverbindung Roggenkamp sind als Spielstraße mit entsprechenden Schildern ausgewiesen. „Wir sind als Gemeinde leider nicht für die Schilder zuständig“, sagt Röder. Dies sei der Kreis, und der habe bisher abgelehnt, tätig zu werden. Dass der Investor seinerzeit die falsche Zeichnung benutzt hat, bezeichnet sie als „unglücklich“. „Der Plan hätte so nicht rausgegeben werden dürfen.“

Damit wollen sich die Anwohner aber nicht zufriedengeben. Sie sammeln derzeit Unterschriften für eine Petition.

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