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Elmshorner Nachrichten

22. Oktober 2017 | 19:34 Uhr

Elmshorn : Ansturm auf Briefwahl-Unterlagen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Interesse an der Bürgermeisterwahl ist bislang etwas geringer als an Bundestagswahl - aber Zahl der Wahlberechtigten ist so groß wie noch nie.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Die FDP kämpft spätestens seit dem Desaster der Bayern-Wahl ums Überleben und um die Zweitstimmen. Den wegen der Pädophilie-Debatte angeschlagenen Grünen fällt kurz vorm Wahltag auch nicht mehr ein als „Schwarz-Gelb verhindern“. Doch dieses Last-Minute-Stimmen-Gebuhle der Parteien ficht 4500 Elmshorner nicht mehr an. Sie haben ihre Wahlentscheidung bereits per Briefwahl getroffen. Das war schon am Donnerstag ein neuer Rekord. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2009 stimmten „nur“ 4011 Elmshorner per Briefwahl über die Zusammensetzung des Bundestags ab.

Die große Zahl der Briefwähler könnte ein Indiz für eine höhere Wahlbeteiligung sein als 2009 sein. Damals gingen 70,58 Prozent der wahlberechtigten Elmshorner wählen. Diesmal haben immerhin schon satte 12,34 Prozent per Brief abgestimmt.

Doch für die Menschen aus Elmshorn geht es Sonntag nicht nur darum, wer künftig im Bund den Ton angeben wird. Die Elmshorner wählen auch einen neuen Bürgermeister. Und an dieser Wahl dürfen mehr Bürger teilnehmen als an der Bundestagswahl.

Den Bundestag wählen dürfen alle Deutschen, die am Wahltag, dem 22. September, 18 Jahre alt sind. Das sind, Stand 2. September, 37 141. Diese Zahl werde sich lediglich geringfügig aufgrund von Todesfällen oder Umzügen ändern, sagt Sybille Lamke, die im Elmshorner Rathaus für die Durchführung der Wahl zuständig ist.

Über den künftigen Bürgermeister können sogar 39 191 (2007: 37 782) der knapp 50 000 Elmshorner abstimmen. Denn bei Bürgermeisterwahlen sind, wie bei Kommunalwahlen, auch Jugendliche von 16 Jahren an und EU-Bürger wahlberechtigt. Allerdings nur dann, das gilt für alle, die an der Bürgermeisterwahl teilnehmen dürfen, wenn sie seit mindestens sechs Wochen ihren Wohnsitz in Elmshorn haben.

Trotz der größeren Zahl von Wahlberechtigten, ist das Interesse an der Bürgermeisterwahl geringer als das an der Bundestagswahl. Jedenfalls, wenn man die bisherige Zahl der Briefwähler zugrunde legt. 4300 Menschen haben sich die Briefwahlunterlagen für die Bürgermeisterwahl besorgt. Das sind zwar auch ansehnliche 11,38 Prozent. Aber eben weniger als bei der Bundestagswahl.

Dass die Abstimmung über die Bundespolitik die Menschen mehr fasziniert als die Entscheidung über den Chef der Stadtverwaltung, zeigt auch die Beteiligung an den vergangenen Wahlen: Immerhin 70,58 Prozent der Elmshorner Wahlberechtigten zog 2009 die Bundestagswahl an die Wahlurnen. Schlappe 28 Prozent wollten hingegen 2007 über den Bürgermeister abstimmen.

Nicht nur die Zahl der Briefwähler erreicht in diesem Jahr einen neuen Höchststand. Es gibt mit 37 141 auch so viele Wahlberechtigte wie noch nie in Elmshorn. 2009 waren es mit 36 463 genau 678 weniger.

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