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Auszeichnung in Elmshorn : Anne-Frank-Gemeinschaftsschule ist „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Hinter dieser Auszeichnung steht ein Projekt von und für Schüler, das den Jugendlichen die Möglichkeit geben soll, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 12:04 Uhr

Elmshorn | An der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule sind Schüler aus 20 Nationen vertreten, die 30 Sprachen sprechen und an viele verschiedene Religionen glauben. „Bei uns gibt es keinen Rassismus, bei uns ist Vielfalt Alltag“, sagt Schulleiterin Maren Schramm. Jetzt sei es Zeit, das Engagement, das ihre Schüler im Alltag zeigten, auch zu würdigen. Aus diesem Grund hat sich die Anne-Frank-Gemeinschaftsschule um den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beworben.

Hinter dieser Auszeichnung steht ein Projekt von und für Schüler, das den Jugendlichen die Möglichkeit geben soll, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten. Sie sollen sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Deutschlandweit gibt es bereits 1700 Schulen, die daran teilnehmen.

In Elmshorn kam vor einem halben Jahr die damalige Vertrauenslehrerin Astrid Bejaoui mit der Idee zu den Mitgliedern der Schülervertretung. „Wir waren sofort begeistert und haben angefangen, Unterschriften zu sammeln“, erzählt die ehemalige Schulsprecherin Büsra Karamuk. 70 Prozent aller Menschen, die an der Schule lernen und arbeiten, mussten sich mit ihrer Unterschrift verpflichten, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchzuführen.

Am Ende waren es weit über 70 Prozent – und die Schule musste nur noch einen Paten finden. „Das war aber garnicht so einfach“, erzählt Büsra Karamuk. Wir haben mehrere Leute angeschrieben, nachher sind wir dann beim Bundestagsabgeordneten Ernst- Dieter Rossmann erfolgreich gewesen.“

Und was bedeutet es jetzt konkret, „Schule ohne Rassismus“ zu sein? Die Schülervertreter haben schon viele Ideen. Vor allem wollen sie sich für die Flüchtlings-Kinder einsetzen, die an ihrer Schule in der sogenannten DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) unterrichtet werden. „Wir haben schon ein Willkommens-Team gegründet“, erzählt Kemel Noura, der ebenfalls in der Schülervertretung aktiv war und jetzt für den weiterführenden Abschluss die Schule gewechselt hat.

Bei Sprachproblemen wird geholfen

Außerdem gebe es eine Arbeitsgemeinschaft, die zusammen mit den Kindern aus der DaZ-Klasse Koch- und Backnachmittage veranstaltet oder Ausflüge unternimmt. Und bei Sprachproblemen versuchen Schüler-Paten, die dieselbe Sprache sprechen wie die Flüchtlinge, zu helfen. „Ich kann mich gut in die Flüchtlinge hineinversetzen“, erzählt Noura. Der 18-Jährige wurde zwar als halber Libanese in Deutschland geboren. Aber als 2006 der Krieg im Libanon ausbrach, kamen viele seiner Verwandten nach Deutschland. „Da habe ich meinen Cousins auch geholfen, sich hier zurechtzufinden.“

Der Zehntklässler Samir Echi hat sich, passend zu dem neuen Titel seiner Schule, eine Hilfsaktion für sein Abschluss-Projekt ausgedacht. „Ich will mit meiner Klasse schulintern nach den Herbstferien Spenden sammeln, vor allem Kleidung und Spielzeug für die Kinder von Flüchtlingen“, erzählt er. „Das wollen wir dann alles sortieren und an Organisationen wie das Willkommensteam Elmshorn weitergeben.“

Am Ende halfen dann der Kreisjugendschützer Jörn Folster und der Bundestagsabgeordnete Ernst-Dieter Rossmann als Pate, das Schild mit der Aufschrift „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ am Eingang der Schule anzuschrauben. „Ich empfinde es als Ehre, Pate dieser Schule zu sein“, betonte Rossmann und erzählte von Martin Luther Kings Rede in Washington. „Damals war es sein Traum, dass jeder gleich ist, egal woher er kommt und wie er aussieht. Es ist eine große Sache, dass diese Schule diesen Gedanken aufnimmt und lebt.“

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