Anna Götsche - Große Feier zum 100. Geburtstag

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08. August 2011, 08:33 Uhr

Barmstedt | In ihrem Geburtsjahr 1911 wurde der Alte Elbtunnel in Hamburg eingeweiht, der erste Fernsehapparat der Welt im Deutschen Museum aufgestellt und starb der Begründer der einheitlichen deutschen Rechtschreibung, Konrad Duden. Anna Götsche, seit zwei Jahren wohnhaft in der Seniorenresidenz Waldburg, feierte kürzlich ihren 100. Geburtstag im Kreise ihrer großen Verwandtschaft.

Immerhin hat sie zwei Kinder, vier Enkel und zehn Urenkel. Die geistig fitte Jubilarin wuchs in Hemdingen auf. "Im letzten Haus vor dem Himmelmoor", wie sie erzählt. Als Schulmädel musste Anna Werner oft Unterrichtsstunden fernbleiben, weil sie ihrem Vater, der als Förster im Sommer im Moor Torf stach, zu Fuß Mittagessen brachte. Im Alter von 14 Jahren kam sie in Stellung in Haushalten in Barmstedt und später in Elmshorn. Sie erinnert sich: die gute Butter stand bei den Herrschaften auf dem Tisch, die Margarine bei den Bediensteten. Schlecht behandelt wurde sie aber nicht.

Ihren Mann lernte sie beim Tanzvergnügen im Café Möller in Elmshorn kennen. 1933 heirateten die beiden. "Für Männer waren damals Wehrmachtsuniformen bei solchen Anlässen üblich", so die Jubilarin. Später wohnhaft in Kurzenmoor musste ihr Mann in den Krieg nach Russland ziehen. "18 Monate lang hörten wir nichts von ihm", weiß sie noch.

Der Alltag war schwer. So musste etwa die Wäsche geruffelt und im Topf gekocht werden. Die kleinen Holzöfen in den einzelnen Zimmern wurden nur je nach Bedarf angeheizt. Der Nutzgarten sollte auch bewirtschaftet werden. Der Milchwagen brachte Wasser für den Haushalt aus den nahen Wettern mit. Nach dem Krieg arbeitete ihr Mann, der Schlachter gelernt hatte, als Oberstellwerksmeister bei der Bahn. Nach seinem Tod wohnte sie langjährig bei einer Tochter, bevor sie in die Waldburg zog.

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