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Elmshorner Nachrichten

22. Oktober 2017 | 07:14 Uhr

Angst-Kreisel: Eltern fordern eine Ampel

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kaltenweide Anwohner fürchten um Leib und Leben ihrer Kinder

shz.de von
erstellt am 21.Jul.2017 | 16:53 Uhr

„Dieser Kreisel ist nicht supernormal, sondern eine tödliche Gefahr“: Die Botschaft an die Verantwortlichen der Stadt Elmshorn ist unmissverständlich. Kinder, Eltern und Großeltern protestieren gegen die aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände am Kreisverkehr Kaltenweide. „Wir fordern eine Ampel, damit unsere Kinder diese Kreuzung sicher überqueren können“, sagt Anwohnerin Henrike Junge. Die Stadt müsse endlich handeln, habe schon viel zu lange weggeschaut.

Viele Anwohner berichten von rasenden und rücksichtslosen Auto- und Lastwagenfahrern, die die Zebrastreifen missachten. Es komme immer wieder zu extrem gefährlichen Situationen und Beinahe-Unfällen. Am 22. Juni war ein acht Jahre alter Junge auf seinem Fahrrad von einem Lastwagen erfasst worden. Er zog sich mehrere Brüche zu, sitzt zurzeit im Rollstuhl. Die Anwohner fühlen sich in ihrer Gefährdungsanalyse bestätigt.

Doch die Stadt und auch die Elmshorner Polizei kommen zu einer ganz anderen Einschätzung. „Dieser Kreisverkehr ist kein Unfallschwerpunkt“, sagt Polizeichef Thorsten Buchwitz. Er hält sich an die nüchternen Zahlen. Drei Unfälle 2015, drei Unfälle 2016. Insgesamt ein leicht verletzter Radfahrer. Häufigste Unfallursache: die Missachtung der Vorfahrt – und nicht die bauliche Gestaltung des Kreisverkehrs. Angesichts der hohen Verkehrsfrequenz – der Kreisel Kaltenweide werde nicht nur vom motorisierten Verkehr, sondern auch von vielen Fußgängern und Radfahrern als Schulweg genutzt – sei diese „geringe Unfallquote ein deutliches Zeichen für die Sicherheit des Kreisels“, teilt die Stadt Elmshorn mit.

Bei dem Unfall mit dem Jungen handelt es sich laut Stadt um einen tragischen Unglücksfall, der auf Fehlverhalten und eine Verkettung unglücklicher Umstände zurückzuführen sei. Laut Unfallbericht habe das Kind auf seinem Rad die falsche Radwegseite benutzt und sei über den Zebrastreifen gefahren, wo es dann zum Unfall mit dem Lastwagen gekommen sei. Eine andere Gestaltung des Kreisverkehrs hätte diesen Unfall nicht verhindern können.

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