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Spezialisten bauen riesigen Kran auf : An der Schulstraße in Elmshorn startet die heiße Phase

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Mehrfamilienhäuser, die dort gebaut werden, sollen 2016 fertig sein.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2015 | 12:15 Uhr

Elmshorn | Vor einiger Zeit stand in der Schulstraße 60 noch die Halle der Firma Lienau. Heute steht dort nichts mehr – zumindest fast nichts. Seit Ende April sind die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Firmengelände fertig. Seit Mai wird neu gebaut. Jetzt startet die heiße Phase: Die Erdarbeiten sind abgeschlossen und der Hochbau beginnt. Ein Kran wurde aufgebaut. Er stellt die Wände des Rohbaus auf. Aber wer stellt eigentlich den riesigen Kran auf? Davon bekommt man selten etwas mit. Meistens tauchen sie von einem auf den anderen Tag einfach im Stadtbild auf.

Rik Mehl arbeitet bei einer Firma, die Kräne aufbaut. Er koordinierte den Aufbau auf der Baustelle der Schulstraße. Das Prinzip ist simpel: Man besorgt sich einen mobilen Teleskopkran und setzt die Einzelteile des stationären Krans aufeinander. Der Kran in der Schulstraße besteht aus insgesamt 26 Einzelteilen. Er erreicht eine Höhe von 37,50 Meter, der Ausleger ist 45 Meter lang. Ganze 100 Tonnen bringt der Kran auf die Waage, 70 davon sind Ballast, die den Kran am Umkippen hindern. „Der Aufbau dauert einen ganzen Tag, von 7 bis 18 Uhr sind wir dabei“, sagt Rik Mehl.

Wenn es gut läuft, geht es auch schneller, in der Schulstraße war der Kran schon am Nachmittag aufgebaut. Aber es kann auch länger dauern: „Das größte Problem ist, wenn es windig wird“, sagt Mehl, „und das Gewicht der Teile. Das schwerste wiegt 10,50 Tonnen.“ Denn: Auch wenn ein anderer Kran die Teile anhebt, zusammengebaut werden sie von Hand. Dazu klettern die Arbeiter bis ganz nach oben. An der Schulstraße wird in den nächsten Tagen noch ein zweiter Kran aufgebaut. Der ist etwas niedriger, um unter dem anderen hindurchschwenken zu können.

Dass auf einer großen Baustelle extra ein Kran aufgebaut wird, hat Kostengründe. Ein stationärer Kran kostet ab 2000 Euro Miete im Monat, ein Teleskopkran 250 am Tag.

Blick vom Kran auf der Baustelle an der Schulstraße. (Foto: Pflaumbaum)
Blick vom Kran auf der Baustelle an der Schulstraße. (Foto: Pflaumbaum)
 

Im Herbst 2016 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Dann stehen mitten in der Stadt drei neue Mehrfamilienhäuser mit Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen. Insgesamt 27 Mieter sollen dann darin wohnen. Im Erdgeschoss in einem der Gebäude wird außerdem ein Büro entstehen. In der Tiefgarage werden 24 Autos einen Stellplatz finden.

Die EMV-Immobiliengruppe investiert etwa zehn Millionen Euro in den Neubau. „Zum Jahreswechsel wollen wir mit der Vermietung beginnen“, sagt Geschäftsführer Christian Mahler. Schon jetzt herrsche rege Nachfrage. „Die Interessenten sind meist ältere Herrschaften. Viele von ihnen haben ihr Haus verkauft und suchen nun eine Bleibe in der Stadt.“ Die Mieten für die neuen Wohnungen werden voraussichtlich bei acht bis neun Euro pro Quadratmeter liegen. Das Büro ist bereits vergeben – hier wird die Agentur der Provinzial-Versicherung von Ernst-Peter Junge einziehen.

„Die Mietwohnungen werden alle hochwertig ausgestattet“, sagt Mahler. In diesem Zusammenhang erwähnt er zum Beispiel Parkettfußböden und Einbauküchen. Außerdem sind Balkone, Terrassen oder Dachterrassen geplant. Auch Aufzüge werden eingebaut. Die Wohnhäuser sind barrierearm entworfen worden. Dass der Hof begrünt wird, steht ebenfalls fest. Wie genau, wird noch entschieden. „Wir lassen uns da noch etwas einfallen, wenn der Bau weiter fortgeschritten ist“, sagt Mahler.

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