Falsche Signale : Ampel-Defekt bremst Busse aus

Ein Problemfall bei der Busvorrangschaltung: Die Kreuzung Ellerndamm/Am Friedhof - hier muss die Technik nachgebessert werden.  Foto: Krosta
Ein Problemfall bei der Busvorrangschaltung: Die Kreuzung Ellerndamm/Am Friedhof - hier muss die Technik nachgebessert werden. Foto: Krosta

Vorrangschaltung für Busverkehr funktioniert nicht. Wagen hängen an roten Ampeln fest statt grüne Welle zu bekommen.

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22. März 2013, 09:01 Uhr

Elmshorn | An zahlreichen Elmshorner Ampeln sollen Busse eine Grüne Welle haben. Und so Zeit und Geld sparen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Mehrere der sogenannten Vorrangschaltungen funktionieren nicht. Fehler im Funkverkehr. Dieser Ampelmurks lässt Busse stehen statt für freie Fahrt zu sorgen. Nun sollen "Anpassungen der Steuerung" den Missstand abstellen.

Rot, Gelb und Grün - diese Farben sehen Autofahrer ständig. Das sind die Farben, die auf der klassischen Verkehrsampel leuchten. Rechts neben diesen normalen Lichtzeichen gibt es in Elmshorn gelegentlich eine Zusatzampel mit verschiedenen Buchstaben - und die leuchtet manchmal auch. Sie zeigt den Busfahrern an, dass die normale Ampel gleich von Rot auf Grün umspringt beziehungsweise so lange Grün bleibt, bis der Bus über die Kreuzung gefahren ist. Dadurch kommt der Bus zügiger durch den Verkehr und kann seinen Fahrplan besser einhalten.

Das System funktioniert mit Sende- und Empfangsanlagen, die in Bussen und Verteilerschränken an den Ampeln eingebaut sind. Und genau da liegt das Problem. "Es läuft nicht alles rund", sagt Jürgen Kölln, Verkehrsexperte im Elmshorner Rathaus. Zusammen mit dem Hersteller des Systems und den Betreibern der Stadtbuslinien hat man sich die Fehlschaltungen vor Ort angeschaut. Fazit: An einigen Kreuzungen gebe es Probleme mit der Signalübermittlung. Betroffen sind die Bereiche Am Friedhof/Ellerndamm sowie die Ecke Anges-Karll-Allee/Hamburger Straße. Die Kommunikation der heranfahrenden Busse via Funksignale mit den Steuerungsgeräten funktioniere dort nicht. Von Busvorrang oder gar von grüner Welle für den Linienverkehr könne keine Rede sein. Es funktioniere nur die normale Schaltung der Ampelphasen. "Dort liegt eine Störung vor. Die Steuereinheiten müssen neu programmiert werden", sagt Kölln.

Busvorrangschaltung und Störungen im System - das ist nichts Neues in Elmshorn. Bereits bei Einführung des Systems Anfang 2010 kam es zu Problemen. Damals schrieben die EN: "Bereits bei der Indienststellung hatten wir darauf hingewiesen, dass das System noch nicht reibungslos funktioniert. Die Einstellungen laufen noch", sagte Jürgen Kölln im Juli 2010. Ganz in den Griff hat man die Anlage scheinbar immer noch nicht bekommen. Denn auch nach der Fehlerbehebung hörte man von Busfahrern über Problemen mit der Funktechnik.

Im kommenden April soll der Hersteller der Systeme die Steuereinheiten nun abermals überarbeiten. Bis dahin bekommen die Elmshorner Stadtbusse keinen Vorrang an den betroffenenKreuzungen. Das heißt im Zweifel längere Fahrzeiten. Kosten kommen nach Aussage der Stadtverwaltung nicht auf Elmshorn zu. "Das sind Garantieleistungen", sagt Petra Langefeldt aus dem zuständigen Amt für Flächenmanagement. Ob es wirklich im April zu einer dauerhaften Behebung der Signalfehler kommt, dazu sagte die Amtsleiterin: "Eine Prognose hat zurzeit etwas von Lotto." Der Hersteller müsse nun langsam mal zu Potte kommen.

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