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Spektakel am See in Bokel : Am Wochenende wird abgefischt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Tradition gibt es bereits seit dem Jahr 1880. Besonders der Karpfen gilt als Delikatesse.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Bokel | Nicht nur für Fischliebhaber ist es der Tag des Jahres im Norden des Kreises Pinneberg: das Abfischen des Bokeler Sees. Am 25. und 26. Oktober wird rund um den Mühlenteich wieder Volksfeststimmung herrschen. Alljährlich lassen sich tausende Besucher aus ganz Norddeutschland das Spektakel nicht entgehen, wenn über einhundert Zentner Fisch aus dem See gezogen werden. Zwei Tage lang wird jeweils ab 9 Uhr abgefischt, geschlachtet und verkauft. Schleie, Forellen, Aale – vor allem aber Karpfen. Veranstalter ist die Familie Erich, die das angrenzende Ring-Hotel Bokel-Mühle betreibt, und der auch der Teich gehört.

Schon seit 1880 ist das Abfischen des 20 Hektar großen Sees eine der touristischen Hauptattraktionen der Region. Der Forellenbach, der normalerweise durch den See führt, wird während dieser Zeit am See vorbei geleitet. Längst ist aus dem Abfischen ein Volksfest geworden. Ein bunter Herbstmarkt lädt Jung und Alt zum Schauen, Kaufen und Klönen ein. Wer keinen Fisch mag, für den gibt es Erbsensuppe, Schinken, Crepes und Käse. Eine Kindereisenbahn steht bereit, Blumen- und Kartoffelhändler sind vor Ort, Kunsthandwerk wird genau so angeboten wie Pullover und Naschkram.

Aufgrund seiner natürlichen Aufzucht und der guten Wasserqualität gilt der Bokeler Karpfen als Delikatesse. Entsprechend begehrt sind die Tiere. Die Schlachtermeister schuften im Akkord. Mit gekonntem Handgriff und dem speziellen „Bokeler Rundschnitt“ werden die Fische zerteilt. Vorher bekommen sie einen Schlag mit dem Holzknüppel verpasst. Der Gnadenhieb, bevor das Messer angesetzt wird. 40 Leichkarpfen, die bis zu 65 Pfund wiegen, sorgen regelmäßig für Nachwuchs im See. Drei bis vier Jahre müssen die Jungfische wachsen, ehe sie die gewünschte Kochtopfgröße erreichen.

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