Agnes-Karll-Allee in Elmshorn : Am Klinikum sterben die Bäume

Thomas Miller deutet auf eine der abgestorbenen Kastanien. Die Rinde ist bereits aufgebrochen.
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Thomas Miller deutet auf eine der abgestorbenen Kastanien. Die Rinde ist bereits aufgebrochen.

Viele Kastanien in der Agnes-Karll-Allee sind von Bakterien befallen und nicht mehr zu retten. Ersatzpflanzungen mit Gingkos.

shz.de von
20. Juli 2015, 12:45 Uhr

Elmshorn | Thomas Miller macht sich Sorgen. Der Landschaftsgärtnermeister der Stadt Elmshorn hat Kummer mit den Rotblühenden Kastanien an der Agnes-Karll-Allee. Die Bäume wurden 1984 gepflanzt und säumen die Zufahrt zum Klinikum. Jetzt sind viele krank und gehen ein. Schuld ist das Bakterium „Pseudomonas syringae pv. aesculi“. Dagegen ist kein Kraut gewachsen.

„Wir können nichts tun. Ist eine Pflanze befallen, ist sie in der Regel verloren“, sagt Thomas Miller, der beim städtischen Flächenmanagement für die Grünplanung zuständig ist. Am dünnen Stamm einer der betroffenen Kastanien demonstriert Miller, wie sich die schlimme Krankheit zeigt: Schwarze Flecken in Verbindung mit Rindenriss sind deutliche Anzeichen. „Aus den Leckstellen läuft eine dunkle Flüssigkeit aus“, so Thomas Miller. Es sieht aus, als würde die Kastanie bluten.

Hat sich das Bakterium, das durch die Luft übertragen wird, einmal am Baum angesiedelt, ebnet es den Weg für Pilzbefall und Schädlinge. Schnell sind Rinde und Stamm in Mitleidenschaft gezogen. Holzzerstörende Pilze verursachen in der Folge Fäule. Äste und Krone sterben ab, der Baum geht schließlich ein. „Wir haben versucht, den Boden um die Bäume zu bearbeiten, hatten aber damit keinen Erfolg“, sagt Miller. Wie und warum sich das Bakterium „Pseudomonas syringae pv. aesculi“ in Deutschland ausgebreitet hat, ist noch weitgehend unbekannt. Seit Jahren laufen Untersuchungen.

Schwarze Flecken markieren den Befall mit Bakterien. (Foto: Penaranda)
Schwarze Flecken markieren den Befall mit Bakterien. (Foto: Penaranda)
 

Die Stadt Elmshorn hat bereits begonnen, die abgestorbenen Kastanien zu ersetzen. An der Agnes-Karll-Allee stehen seit Kurzem zehn junge Gingko-Bäume. „Die Pflanzen sind für den städtischen Bereich sehr gut geeignet“, sagt Thomas Miller“. Die Gingkos sind anspruchslos in der Regel stadtklimafest und frei von Schädlingen. Darüber hinaus bieten sie dem Betrachter besonders im Herbst ein schönes Bild.

Miller rechnet damit, dass an der Agnes-Karll-Allee bis zu 44 Bäume ersetzt werden müssen. Ein neuer Baum kostet 200 Euro. „Einige Kastanien sehen noch ganz gut aus, aber bei anderen ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie eingehen“, sagt der Landschaftsgärtnermeister der Stadt.

Nicht nur am Klinikum, sondern auch in der Elmshorner Innenstadt musste die Verwaltung in der Vergangenheit abgestorbene Kastanien ersetzen. Zum Beispiel an der Jahnstraße und bei der Parkpalette im Steindammpark. Miller hofft jetzt, das nicht noch mehr Bäume im Stadtgebiet von der bakteriellen Krankheit befallen werden. Doch eine Garantie dafür gibt es nicht.

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