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Elmshorn : Altersarmut, Stadtentwicklung und 600 neue Wohnungen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Bürgermeister Volker Hatje diskutiert mit der neu gegründeten Seniorengruppe der IG Metall.

Elmshorn | Kann die Stadt Elmshorn der drohenden Altersarmut entgegenwirken? Diese Frage stellten die Mitglieder der vor zwei Monaten gegründeten Seniorengruppe der IG Metall Unterelbe Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje. Bei einem gemeinsamen Treffen in der Verwaltungsstelle Elmshorn der IG Metall am Wedenkamp hielt der parteilose Verwaltungschef mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg, stellte aber zuvor klar, dass Rentenpolitik eindeutig Bundespolitik sei.

Der 1961 geborene Hatje ist selbst Teil der sogenannten geburtenstarken Jahrgänge und sieht in der Tatsache, dass es immer mehr alte und immer weniger junge Bundesbürger gibt, eine stetig drängendere Problematik: „Der Generationsvertrag bricht zusammen, wenn ein Arbeitnehmer zwei Rentner finanzieren muss“, sagte der Bürgermeister. Schon bei der deutschen Wiedervereinigung hätte man das Umlageverfahren als Rentensystem ändern sollen.

Immer mehr Rentner erhielten Grundsicherung und müssten von 391 Euro im Monat leben, stellte der Seniorenbeauftragte der IG-Metall, Hans-Jürgen Nestmann, fest. Doch auch wer etwas mehr Rente bekomme, habe es nicht leicht. „Wie ist die Miete für Senioren in Zukunft noch zu wuppen?“, fragte Nestmann. Hier setzte Hatje ein: Eine Stadt wie Elmshorn könne angesichts der drohenden Altersarmut nicht viel ausrichten. „Das einzige, was eine Stadt machen kann,“ so Hatje weiter, „ist bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – und das ist auch nicht einfach.“

Elmshorn sei bemüht, in Gesprächen mit Investoren und Genossenschaften für den Bau von Sozialwohnungen zu werben. Sie kosten 5,40 Euro pro Quadratmeter im Monat. Bei neuen Quartieren sollen mindestens 30 Prozent als solche öffentlich geförderten Wohnungen errichtet werden. Das sei zum Beispiel in den entstehenden Neubaugebieten am Sandberg (insgesamt 224 Wohnungen, 80 gefördert) und im Kibek-Quartier (insgesamt 156 Wohnungen) gelungen. Derartige Entwicklungen seien um so wichtiger, weil auch in Elmshorn immer mehr alte Sozialwohnungen aus der Bindung fallen. Hier werde versucht, den Status in einigen Fällen zu verlängern.

Wohnungen müssen bedarfsgerecht sein

„Insgesamt werden in Elmshorn etwa 600 neue Wohnungen in den nächsten zwei bis drei Jahren entstehen. Da wird sich die Stadt verändern“, meinte Hatje. Dabei gelte es, vor allem bedarfsgerechte Wohnungen zu schaffen. So gebe es zwar günstige Wohnungen in Hainholz, die seien aber zu groß und allein deshalb für Senioren oder auch Alleinerziehende zu teuer. Zudem wandele sich der Bedarf ständig. „Da kann eine Stadt fast nicht hinterher kommen“, so Hatje.

Noch liege der durchschnittliche Mietpreis in Elmshorn bei sieben Euro pro Quadratmeter und locke sogar junge Familien in die Stadt. Anders in Hörnum, wo 18 Quadratmeter 580 Euro Kaltmiete kosteten (32 Euro pro Quadratmeter) und die Kommune Wohnungen bauen müsse, weil kein Mitarbeiter in der Lage sei, Wohnraum zu mieten. Hatje: „Sylt in ganz Deutschland darf es nicht geben!“

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erstellt am 18.Nov.2014 | 14:00 Uhr

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