Fragestunde mit Elmshorns Bürgermeisterin : „Also echt, nennst du das Arbeit?“

Zwei Stunden lang beantwortete die Bürgermeisterin Fragen des Moderatorenteams und der Gäste im Industriemuseum.
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Zwei Stunden lang beantwortete die Bürgermeisterin Fragen des Moderatorenteams und der Gäste im Industriemuseum.

Bügelt die Bürgermeisterin die Hemden ihres Mannes? Diese und andere Fragen beantwortete Bürgermeisterin Brigitte Fronzek beim Sommertalk der Business and Professional Women (BPW) im Industriemuseum mit bemerkenswerter Offenheit.

shz.de von
02. September 2013, 12:00 Uhr

Um es gleich vorweg zu sagen: Nein, die Bürgermeisterin bügelt nicht, aber ansonsten musste auch das Ehepaar Fronzek – wie die meisten Familien in unserem Land – große organisatorische Fähigkeiten entwickeln und manchmal die Quadratur des Kreises bewältigen, um Privatleben und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Gut vorbereitet stellte das BPW-Team Gisela Malasch und Birgit Schmidt-Harder ihre Fragen und bekamen sehr ehrliche Antworten. „Wir hatten das unendliche Glück, neben einer Tagesmutter auch zwei komplette Großelternpaare zur Seite zu haben, die im Notfall die Kinderbetreuung übernehmen konnten“, erklärt Fronzek. Ihre Kinder seien von Menschen umgeben, die sie lieben, aufgewachsen. Dennoch sei es ihr nie leicht gefallen, die beiden allein zu lassen. „Ich habe sie immer sehr vermisst.“ Doch hinter jeder starken Frau steht ein starker Mann, meint die Bürgermeisterin und spricht ihrem Gatten damit ein sehr großes und liebevolles Kompliment aus. Er sei ein Mann, der Frauen in Führungspositionen akzeptiere und sie stets in ihrem Tun bestärkt habe.

So sei die Entscheidung 1996 Bürgermeisterin zu werden, eine Familienentscheidung gewesen. Als ihr zehnjähriger Sohn Christopher (heute im diplomatischen Dienst tätig) die Frischgewählte nach der Schule aus dem Rathaus nach Hause abholen wollte, sah er ihr eine Weile beim Unterzeichnen von Briefen zu und „schoss“ sie dann mit k.o. mit der Frage: „Also echt Mama, nennst du das Arbeit?“

Wenn Brigitte Fronzek Ende des Jahres in Ruhestand geht, hat sie sich vorrangig vorgenommen, sich um die Eltern zu kümmern. „Sie haben uns stets geholfen und das möchte ich zurückgeben. Das haben sie verdient.“

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