Die Geschichte einer Bank : Als die Elmshorner Volksbank noch Credit-Verein hieß

Das Bild zeigt die Geschäftsräume des Credit-Vereins zwischen 1915 und 1930.
Das Bild zeigt die Geschäftsräume des Credit-Vereins zwischen 1915 und 1930.

Dem Stadtarchiv übergeben: 400 Seiten starke Chronik deckt die Jahre von der Gründung 1869 als Credit-Verein Elmshorn bis heute ab.

von
13. Juni 2018, 15:30 Uhr

Elmshorn | Es ist die Geschichte einer Bank – und trotzdem blitzt auf der rund 400 Seiten starken Chronik der Volksbank Elmshorn wieder das Weltgeschehen durch. 1923 stellte das Kreditinstitut nach der Hyperinflation die Bilanz um – eine Billion Mark wird auf eine Goldmark abgewertet. Nachdem 1918 in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt worden war, wurde Frauen ab 1927 die Teilnahme an der Generalversammlung gestattet. Und während eines Bombenangriffs im Zweiten Weltkrieg brannte das ehemalige Geschäftsgebäude in der Königstraße 17 aus.

Chronist Hermann Engelbrecht (von links) mit Stefan Witt, Christian Scheinert, Volker Hatje und Peter Köhnke.
Cornelia Sprenger
Chronist Hermann Engelbrecht (von links) mit Stefan Witt, Christian Scheinert, Volker Hatje und Peter Köhnke.
 

Die Chronik der Volksbank Elmshorn, die seit 2014 Volksbank Pinneberg-Elmshorn heißt, deckt die Jahre von der Gründung 1869 als Creditverein Elmshorn bis heute ab. Geschrieben hat sie Hermann Engelbrecht innerhalb von zwei Jahren im Auftrag der Bank, mit seinen 78 Jahren ist er „unser ältester Mitarbeiter“, wie Vorstand Stefan Witt sagt. Der gebürtige Klein Nordender Engelbrecht war früher Leiter der Volksbank-Filiale in Tornesch, später arbeitete er in Pinneberg. „Nachdem ich 2003 in den Ruhestand gegangen bin, habe ich mich an die Chronik der Pinneberger Volksbank gemacht“, erzählt er. „Damit ich mich nicht langweile.“ Die vergangenen zwei Jahre hat er der Elmshorner Chronik gewidmet, mit Kindern und Enkelkindern ehemaliger Vorstände und Aufsichtsräte gesprochen, das Stadtarchiv, alte Adresslisten und Akten aus dem Grundbuchamt durchforstet.

Das Geschäftsgebäude in der Königstraße 17.
Volksbank
Das Geschäftsgebäude in der Königstraße 17.
 

Die Biografien der Aufsichtsräte lesen sich wie ein „Who is Who“ der Elmshorner Stadtgeschichte, bemerkt Bürgermeister Volker Hatje bei der offiziellen Übergabe der Chronik an Stadtarchiv-Leiter Peter Köhnke und entdeckt Namen wie Peter Kölln oder Claus Hell im Gründungsgremium. Mit einem Thaler kauften sich damals Mitglieder in den Creditverein ein, nur sie waren berechtigt, Kredite zu beantragen. „Einmal im Monat bekamen die Leute ihre Lohntüte und was am Ende des Monats noch über war, wurde zur Bank gebracht“, erzählt Engelbrecht. Für Volksbank-Vorstand Witt bewahrt die Chronik eine Zeit, die sonst in Vergessenheit geriete – er glaubt, dass dadurch andere Unternehmen angeregt werden, eine Chronik in Auftrag zu geben.

Wer sich für die Chronik interessiert, kann sie demnächst im Stadtarchiv in der Weißen Villa einsehen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen