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Elmshorner Nachrichten

13. Dezember 2017 | 16:34 Uhr

Alles eine Frage der Zeit

vom

Königstraße 20: Im Erdgeschoss werden Kinderträume wahr / Im ersten Stock ist Platz für etwas Neues

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Elmshorn | Der Leerlauf im Haus Königstraße 20 ist nur von kurzer Dauer, meint Werner Fleig. Der Elmshorner Unternehmer ist Eigentümer der Immobilie. Während im Erdgeschoss ein Kinderparadies mit Spielwaren existiert ist das erste Stockwerk verwaist. Kein China-Restaurant mehr, kein Fitness-Studio mehr - zurzeit nichts mehr. Doch Fleig ist von jeher ein Optimist. "Es ist alles eine Frage der Zeit", sagt er. Mit der Revitalisierung des ehemaligen Hertie-Hauses blüht die Innenstadt auf. Sein Haus werde wieder attraktiv für neue Mieter. Da ist sich Fleig sicher. In der Vergangenheit hatte er mit dieser These stets recht behalten.

Mit der Insolvenz des traditionsreichen Versandhauses Quelle im Jahr 2009 musste auch die Elmshorner Filiale des Technikhauses schließen. Der riesige Laden im Erdgeschoss der Königstraße 20 - er war plötzlich leer. Nahezu zeitgleich trennte sich Immobilieneigentümer Fleig auch von dem Betrieb im ersten Stockwerk des Hauses. Das chinesische Restaurant - auch diesen Laden gab es nicht mehr. Zwei langjährige Mieter und Zugpferde für die Innenstadt verschwanden aus dem Stadtbild.

Für Elmshorner sah es lange Zeit danach aus, als müssten sie sich mit dem Leerstand arrangieren. Man sah keine Veränderungen, man munkelte hingegen über dies und das. Die halbe Stadt machte über den Kopf von Werner Fleig hinweg Vorschläge, was er gefälligst dort machen sollte. Half aber alles nichts. Der Unternehmer ging selbst an die Sache ran und fädelte einen überraschenden Deal ein. Mit der Kette "BR" zog ein großes Spielwarengeschäft in sein Haus. Eine neue Einkaufsquelle - diesmal für Kinder.

Auch im ersten Stock wurde gehandwerkt. Ein Fitness-Studio zog ein - und kurz darauf wieder aus. Ein Rückschlag? "Nein", sagt Fleig. Die Mieter haben bis vergangenen Monat ihren Vertrag erfüllt." Erst jetzt herrsche offiziell Leerstand. Zur Frage, was dort geschieht, sagt Fleig: "Noch gibt es nichts Konkretes." Er hat gewisse Vorstellungen an neue Vermietungen. "Ich kann mir Büros für Anwälte, Ärzte oder andere Unternehmer vorstellen", grübelt Fleig. Ein Restaurant auf der 175 Quadratmeter großen Fläche schließt er aber aus.

Erfolg und Misserfolg seiner Mission Neuvermietung hänge aber nicht nur von seinen Gewerbevorstellungen ab. "Die Kö muss als Kommunikationsort ausgebaut werden", fordert Fleig. Sie müsse noch attraktiver werden. Im Herzen der Stadt tobe das Leben. Was fehle, seien mehr Ruheplätze mit Bänken unter schattigen Bäumen und mehr kostenloser Parkraum. Bei diesen Dingen müsse die Stadtverwaltung aktiv werden.

Fleigs Vision: Die Königstraße muss schöner werden, muss sich quasi zum gemütlichen Wohnzimmer der Stadt wandeln. Das helfe, den Leerstand in der Königstraße zu reduzieren - auch bei seiner Immobilie. Dass die "Verschönerung" nicht von heute auf morgen geht, ist Fleig bewusst. Aber: Wer Kreativität und Leben in der City will, müsse vor allem den stadtpolitischen Zeitgeist erfassen. Daran hapere es derzeit noch ein wenig. Noch. Denn auch das ist für Werner Fleig alles eine Frage der Zeit.

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