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Elmshorn : Alle Infos zum Stellenabbau bei Autoliv

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Geschäftsführung kündigt laut Betriebsrat und IG Metall Streichung von 22 Stellen an. Gewerkschaft spricht von großer Verunsicherung.

Elmshorn | Bittere Osterüberraschung für 22 Mitarbeiter der Elmshorner Firma Autoliv: Sie werden ihren Job verlieren. Nach Angaben von IG Metall und Autoliv-Betriebsrat will das Unternehmen die Stellen ins Billiglohnland Rumänien verlagern. Betroffen sind laut Betriebsrat Mitarbeiter der Abteilungen Musterbau, Labor und Crash, die zum Bereich Produktentwicklung/Engineering gehören. Betriebsrat und Gewerkschaft zeigten sich entsetzt über die Pläne und haben Widerstand angekündigt.

Christina Teßler, Personalleiterin von Autoliv, nannte als Gründe für den Personalabbau stark gestiegenen Wettbewerbsdruck, steigende Kosten und eine veränderte Ausrichtung im Engineering. Das Autoliv-Management kündigte an, gemeinsam mit dem Betriebsrat alles zu versuchen, „um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden“.

22 Mitarbeiter sollen nach dem Willen der Autoliv-Geschäftsführung das Unternehmen verlassen. Das hat die Geschäftsführung des schwedisch-amerikanischen Konzerns laut Betriebsrat und IG Metall während einer Mitarbeiterversammlung bekanntgegeben.

Betroffen sind die Abteilungen Musterbau/-werkstatt/-koordination, Labor und Crash, die zum Bereich Produktentwicklung/Engineering gehören. Rund 90 Mitarbeiter sind dort tätig. Die Arbeitsplätze sollen von Elmshorn in den rumänischen Standort Brasov verlagert werden. „Somit wird jeder vierte Beschäftigte von ihnen noch in diesem Jahr den Arbeitsplatz bei Autoliv in Elmshorn verlieren“, sagte Kai Trulsson, Geschäftsführer der IG Metall Unterelbe. Das europäische Management habe sogar ursprünglich in diesem Bereich einen Abbau von 50 Prozent der Belegschaft gefordert.

Damit folge Autoliv der globalen Strategie, Arbeitsplätze aus sogenannten Hochlohnländern wie Deutschland, Frankreich oder Schweden nach Osteuropa zu verlagern, so der Gewerkschafter. „Erstmals werden nun in Elmshorn auch höher qualifizierte Angestellte von einer betriebsbedingten Kündigung betroffen sein. Viele von ihnen sind langjährig Beschäftigte, die mit ihrer Arbeit in der Entwicklung, Bau und Test neuer Produkte zum Erfolg des Unternehmens beigetragen haben“, sagte Axel Dose, Vorsitzender der Betriebsrats von Autoliv Elmshorn.

Wettbewerbsdruck ist gestiegen

Aufgrund des gestiegenen Wettbewerbsdrucks müssten Teile des Seriengeschäfts verlagert werden, hält Personalleiterin Christina Teßler dagegen. „Der Standort ist dabei, sich auf Produktentwicklungen und Innovationen zu fokussieren, um die Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten und langfristig Arbeitsplätze zu sichern“, so Joachim Lodemann, TechCenter Direktor am Standort Elmshorn. Es werde sogar in die Zukunftsfähigkeit des Labors investiert, indem teure Spezialgeräte für diesen Bereich angeschafft wurden und werden.

Ob es Verhandlungen über einen Sozialplan gibt, ist derzeit laut Betriebsrat und IG Metall noch offen. In der Vergangenheit habe Autoliv mit Abfindungsangeboten gelockt. Zudem habe die IG Metall stets eine Transfergesellschaft zur Abmilderung der Folgen von Arbeitslosigkeit durchgesetzt, zuletzt bei den Schließungen der Standorte Braunschweig und Döbeln in Sachsen.

Auch am Standort Elmshorn läuft derzeit noch ein Sozialplan für die Beschäftigen in der Produktion. Das macht den aktuellen Plan der Geschäftsführung aus Sicht von Betriebsrat und Gewerkschaft besonders prekär. Sie befürchten deshalb, dass Ende 2015 insgesamt etwa 100 Arbeitsplätze durch Verlagerung nach Rumänien wegfallen könnten.

„Es herrscht ein hohes Maß an Verunsicherung bei allen Kolleginnen und Kollegen, weil die Zeitabstände der Entlassungswellen bei Firma Autoliv immer kürzer werden“, sagte Trulsson. Viele Mitarbeiter stellten sich daher die berechtigte Frage, ob und wann ihre Abteilung betroffen sei. „Wir sehen wieder einmal, dass die Entscheidungen der Konzernspitze keinerlei Rücksicht nehmen auf die Belange und Ängste der abhängig Beschäftigten“, wetterte der Gewerkschafter. Derzeit arbeiten bei Autoliv in Elmshorn noch knapp 1000 Mitarbeiter.

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erstellt am 01.Apr.2015 | 12:15 Uhr

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