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Elmshorner Nachrichten

17. Dezember 2017 | 06:01 Uhr

Elmshorn : Algenpest im Steindammpark

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Hitzewelle bedroht die Tiere in den öffentlichen Gewässern der Stadt. Für Menschen soll indes keine Gefahr bestehen.

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Elmshorn | Blaualge – das hört sich irgendwie sauber an. Frisch. Klingt nach Meer. Tatsächlich bilden Blaualgen dicke grüne Teppiche auf Seen und Bächen. So wie derzeit im Steindammpark, wo Blaualgen einen Verbindungsarm zwischen Krückau und See in eine schleimige Suppe verwandelt haben?

„Es könnte sich tatsächlich um Blaualgen handeln“, sagt Jörg Schmidt-Hilger vom Amt für Stadtentwicklung in Elmshorn. „Gefahr für Menschen besteht nicht.“ Laut eines Informationsblattes des Umweltministeriums in Kiel kann eine starke Blaualgenblüte allerdings für Haustiere gefährlich werden, weil die kleinen Organismen giftige Stoffe ausscheiden. Das könnte zum Beispiel Hunde treffen, die beim Gassigehen einen kräftigen Schluck aus dem Teich nehmen. Muss die Stadt deswegen den Zugang zu den Gewässern sperren? „In den Parkanlagen sollen Hunde ohnehin an der Leine geführt werden. Da sehen wir keinen Handlungsbedarf“, sagt Schmidt-Hilger.

Regelmäßige Kontrollen gebe es lediglich an Badeseen. Daher könne er auch keine Angaben dazu machen, wie sehr öffentliche Gewässer in Elmshorn derzeit von einer Algenblüte betroffen seien.

Ähnliches sagt Einar Landschoof vom Fachdienst Umwelt der Pinneberger Kreisverwaltung. „Gemeldet werden lediglich Vorkommen in Badegewässern“, erläutert der Umweltexperte. Wegen des Wetters mit hohen Temperaturen und wenig Niederschlag sei aber durchaus damit zu rechnen, dass die Algenblüte – egal ob Blaualge oder andere Algen – noch zunehme. Ob die Gefahr besteht, dass die Teiche komplett umkippen?

Darauf gebe es keine Hinweise, sagt Landschoof. Auch während der vergangenen Jahre habe es nur vereinzelt starke Algenblüte und damit verbunden auch ein Fischsterben gegeben. In diesem Jahr seien bisher noch keine Fälle gemeldet worden.

Aus Sicht von Manfred Mertsch, Vorsitzender des Angelvereins Elmshorn-Barmstedt, ist die Lage momentan noch ruhig. „Von einem Fischsterben habe ich in diesem Sommer nichts mitbekommen“, sagt der Vereinschef. Auch in den vergangenen Jahren habe es keine großen Probleme gegeben. Ohnehin seien den Anglern im Ernstfall die Hände gebunden. „Vor etlichen Jahren haben wir mal versucht, mit der Feuerwehr einen Teich zu belüften. Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das bringt gar nichts“, sagt Mertsch.

Nicht ganz so entspannt sieht das Hans Helmut Dürnberg vom Nabu Elmshorn. „Wir haben eine Hitzewelle. Da kann ein Gewässer von heute auf morgen umkippen“, sagt der Umweltschützer. Schuld sei der massive Nährstoffeintrag, etwa der Landwirtschaft. Das gelte auch für den See im Steindammpark. Dort gelangten die Stoffe über die Krückauverbindung und Regen ins Wasser. Schnelle Rettungsmöglichkeiten gebe es kaum. „Man könnte zwar kurzfristig Frischwasser einleiten. Aber langfristig hilft nur, den Nährstoffeintrag zu reduzieren“, sagt Dürnberg.

In Sommerland dagegen war es in der vergangenen Woche schon zu spät. Dort hatten Anwohner tote Fische aus der fast trockengefallenen Löwenau geholt. Algen haben ihn in einen Graben mit grünem Matsch verwandelt. Der Bach ist seit den Achtzigerjahren ein toter Arm.

Blaualgen: Blaualgen (Cyanobakterien) werden wegen ihres Organisationstyps den Bakterien zugeordnet. Beim Baden in Wasser mit erhöhten Blaualgenkonzentrationen kann es besonders durch Geruchsbelastungen zu deutlichen Beeinträchtigungen kommen. Darüber hinaus bilden Cyanobakterien Stoffe, die giftig sind: Nach Kontakt können Haut und Schleimhäute gereizt werden. Allergische Reaktionen und Ohrenschmerzen können auftreten. Nach Verschlucken sind Durchfall und Atemwegserkrankungen möglich.
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