Theaterstück in Elmshorn : Alfred Tetzlaff – das Lieblingsekel

Die Elmshorner Theatermacher bringen eine Folge von „Ein Herz und eine Seele“ auf die Bühne.
Die Elmshorner Theatermacher bringen eine Folge von „Ein Herz und eine Seele“ auf die Bühne.

„Besuch aus der Ostzone“ – Elmshorner Theatermacher zeigen erneut das erfolgreiche Stück um die Figur „Ekel Alfred“.

shz.de von
12. November 2013, 09:43 Uhr

Eine schrecklich nette Familie war das: Als 1973 die Tetzlaffs im WDR-Fernsehen erstmals auftraten, stellte es die Nation auf den Kopf. „Ein Herz und eine Seele“ provozierte und begeisterte die Zuschauer gleichermaßen und brachte neuen Wind ins meist betuliche Familienseriengenre. Die Theatermacher Elmshorn bringen nach erfolgreichem Auftakt nun erneut den Publikumsrenner „Besuch aus der Ostzone“ auf die Bühne. In Pinneberg, Norderstedt und Itzehoe gibt es Vorführungen.

2000 begeisterte Zuschauer in Schleswig Holstein zeigten dem Schauspiel-Team rund um Regisseur Christian Rangenau in der letzten Spielsaison wie beliebt die Kultserie aus den 70er-Jahren auch heute noch ist. Alfred der Haustyrann gespielt von Götz Jacobs, der seine Frau Else (Dörte Heidloß/ Sabine Rubehn) als „dusselige Kuh“ bezeichnet, seine Tochter Rita (Johanna Hinz) für eine „alberne Gans“ hält und seinen Schwiegersohn Michael (Oliver Krull) mit „langhaarige bolschewistische Hyäne“ betitelt, schimpft auf alles und jeden und merkt nicht, dass er sich oft selbst gehörig daneben benimmt.

So auch bei Michaels Eltern (Gabi und Wolfgang Behrens), die zum ersten Mal aus der DDR in den Westen reisen, um ihre angeheirateten Verwandten kennenzulernen . Alfred zeigt sich wieder einmal von seiner „besten“ und „charmantesten“ Seite. Nicht genug, dass die Eltern seines „roten“ Schwiegersohns aus der Ostzone sind, nein, zu allem Unglück erscheint der Besuch auch noch ausgerechnet bei der Übertragung der Fußballweltmeisterschaft im Fernsehen.

Zurück zum Ekel. Ein Mann, ein Wort: Wenn Alfred Tetzlaff etwas nicht mag, dann teilt er das gerne mit. Rüde Sprache, Beschimpfung von Politikern, Darstellung des Kleinbürgers als Großkotz. Kein Zweifel. Mit „Ekel Alfred“ wurde das geschaffen, was nur wenigen gelingt: Eine Figur zu kreieren, die man liebt zu hassen. Und das bis heute – 40 Jahre später.

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