Elmshorn : Akkordeon-Musik vom Feinsten

Die Jugendgruppe des Elmshorner Akkordeonorchesters spielte zeitgenössische, anspruchsvolle Stücke.
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Die Jugendgruppe des Elmshorner Akkordeonorchesters spielte zeitgenössische, anspruchsvolle Stücke.

Elmshorner und Untergrombacher Orchester geben gemeinsames Konzert: Publikum im Saalbau applaudiert frenetisch

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23. Juni 2014, 14:00 Uhr

Elmshorn und Untergrombach – das sind nicht gerade Metropolen. Aber in einem Belang sind beide Städte Spitze: Dort wirken die besten deutschen Akkordeonorchester. Das stellte 2012 die Jury des Deutschen Orchesterwettbewerbs fest, die beide Ensembles auf die ersten Plätze setzte, und davon konnten sich die Elmshorner am Sonnabend bei einem gemeinsamen Konzert der beiden Truppen überzeugen.

Die Zuhörer im so gut wie ausverkauften Saalbau erwiesen sich als musikalische Feinschmecker. Sie bekamen zwar auch leichtere Kost serviert, Elton Johns Musik zum König der Löwen etwa, aber ihnen wurde auch nicht so leicht Verdauliches präsentiert: Der „Danse macabre“ von Camille Saint-Saëns zum Beispiel oder Benjamin Brittens „Simple Symphony“. Die Elmshorner applaudierten und jubelten den Künstlern zu.

Die Freundschaft zwischen den Orchestern besteht seit 1996. Seitdem haben die Elmshorner mit ihrer Dirigentin Susanne Drdack ihr Niveau kontinuierlich aufgebaut, die Untergrombacher ihres gehalten. Die Gäste waren gleich mit zwei Orchestern angereist; das erste besteht seit 1933, das zweite wurde 1974 als Jugendorchester gegründet, heute spielen ebenfalls Erwachsene darin. Als vierte Formation trat das Jugend-Akkordeonorchester der Musikschule Elmshorn auf. Und auch die Elf- bis 18-Jährigen führten anspruchsvolle Musik auf, sie spielten zwei zeitgenössische Lieder, die vom polnischen Motion-Trio für Akkordeon komponiert wurden. Das Publikum war begeistert.

„Vor allem die Kinder haben mich beeindruckt“, sagte der Elmshorner Herold Wulf in der Pause. Er spielte früher selbst im Orchester und konstatierte: „Die Qualität stimmt.“ Tina Zacharias aus Halstenbek besuchte ihr erstes Akkordeon-Konzert und fand es „super“. Sie zeigte sich überrascht von der Klangfülle: „Was da alles für laute und leise Töne ’rauskommen!“

Die höchsten Ansprüche an seine Zuhörer stellte das zweite Orchester aus Untergrombach. Es spielte unter anderem ein Stück seines Dirigenten Wolfgang Pfeffer – er leitet auch das erste Orchester –, eine atonale Zwölf-Ton-Komposition. Dazu kam der halsbrecherische „Hummelflug“. Und das Elmshorner Publikum applaudierte frenetisch.

Die Begeisterung galt Auftritten, die von der enormen Klangfülle der Instrumente und deren bravouröser Beherrschung lebten. Laut und leise, getragen, dramatisch oder beschwingt: Die Musiker entlockten ihren Akkordeons eine enorme Bandbreite an Ausdrücken. Vom tiefen Bass bis zu pfeifenden Höhen reichte das Repertoire der Töne, und sie wurden fein abgestimmt dazu gebracht, intensiv zusammen zu klingen.

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