Ärger um Kahlschlag geht weiter

So sah es im April diesen Jahres nach der Fällaktion des Wasserverbands Krückau am Krückauwanderweg aus.
So sah es im April diesen Jahres nach der Fällaktion des Wasserverbands Krückau am Krückauwanderweg aus.

Staatsanwaltschaft hat Klage gegen den Wasserverband abgelehnt / BUND legt Widerspruch ein / Verbandssprecher erklärt Aktion

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18. August 2018, 16:00 Uhr

Weiden, Erlen, Ulmen – fast alle Bäume und Sträucher hat der Wasser- und Bodenverband Krückau im April auf 300 Metern Länge entlang des Krückauwanderwegs beseitigt. Gegen den Kahlschlag auf Höhe des Sportvereins Holsatia hatten damals die Elmshorner Umweltverbände von BUND und Nabu Strafanzeige gestellt. Die Elmshorner Naturschützer sahen ihre jahrzehntelangen Bemühungen, den Fluss zu renaturieren, zunichte gemacht. Bei seiner Aufgabe, das Ufergehölz alle paar Jahre in Absprache mit dem Fachdienst Umwelt des Kreises Pinneberg zurückzuschneiden, sei der Wasser- und Bodenverband weit über das Ziel hinausgeschossen. Die zuständige Staatsanwaltschaft Itzehoe sieht jedoch davon ab, in diesem Fall Klage zu erheben und stellte das Verfahren ein. Dagegen legt jetzt nach dem Nabu auch der BUND Widerspruch ein.

Bernd Biggemann vom BUND ärgert wie seinen Nabu-Kollegen Helmut Dürnberg insbesondere, dass sich die Staatsanwaltschaft als Begründung auf einen Aktenvermerk vom April 2015 stützt: Der Wasser- und Bodenverband habe sich an die damals bei einem Treffen vereinbarten Vorgaben gehalten. Dem widerspricht Biggemann ausdrücklich. Bei besagtem Treffen sei abgesprochen worden, dass vor der nächsten Maßnahme des Verbands gemeinsam mit dem Fachdienst Umwelt des Kreises Pinneberg und den Naturschutzverbänden die zur Entnahme vorgesehenen Bäume gekennzeichnet werden sollten. Ein solches Treffen habe zumindest nicht mit Beteiligung der Naturschutzverbände stattgefunden. Aus Sicht von Biggemann hat der Wasserverband den Auflagen des Fachdienstes Umwelt zuwidergehandelt – im Rahmen einer naturnahen Gewässerunterhaltung dürften nur Äste, die in den Wasserlauf hineinragen, entfernt werden.

Karl-Heinz Bonnhoff, Vorsteher des Wasserverbands, sieht die Situation ganz anders. Er wirft seinerseits den Naturverbänden vor, die Uferbepflanzung zur Renaturierung angelegt zu haben, ohne sich seitdem um die Gehölzpflege zu kümmern. Die Arbeit und die Kosten dafür seien an seinem Verband hängen geblieben. Vor der Fällaktion am Krückauwanderweg habe ordnungsgemäß ein Termin mit den Vertretern des Fachdienstes Umwelt stattgefunden. „Aber erst bei der Fällaktion selbst haben wir festgestellt, in welchem schlechten Zustand die Pflanzen waren“, erklärt Bonnhoff. „Sie waren zu alt und durch Stürme und die lange Feuchtigkeit hatte sich überall ein Pilz ausgebreitet. Dadurch ist viel zu viel Material in die Krückau gefallen und hat den Durchlauf versperrt.“ Deshalb habe er spontan den Entschluss gefällt, mehr Pflanzen herauszunehmen als ursprünglich abgesprochen. Bonnhoff hält das Verhalten der Naturschutzverbände für „unangebracht“ und hofft, dass sich der Umgang in Zukunft normalisiert.

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