Ärger über laufende Taxi-Motoren

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30. November 2010, 07:39 Uhr

Elmshorn | Die Beschwerde ist an die Adresse der Elmshorner Polizei gerichtet - in Kopie ist das Schreiben auch ans Ordnungsamt der Stadt gegangen. Es geht um die Taxis am Bahnhof. Einem Bürger ist aufgefallen, dass zahlreiche Fahrer, die dort mit ihren Wagen stehen, bei kalter Witterung den Motor ihrer Mietdroschke einfach weiterlaufen lassen.

Dass diese in ihren Wagen nicht frieren wollen, könne er durchaus nachvollziehen, so der Absender. Allerdings beobachte er regelmäßig, dass die Motoren laufen, während der Fahrer mit mindestens einer heruntergelassenen Scheibe im Auto rauche oder lebhaft mit dem Kollegen aus dem Auto davor oder dahinter rede. Der Wagen des Kollegen sei dann unbesetzt, der Motor laufe aber trotzdem.

"Gibt es für frierende Taxifahrer nicht Standheizungen (...), die wesentlich umweltfreundlicher und Klima schonender sind?", fragt der Bürger. An die Adresse der Polizei richtet er die Bitte nach der einen oder anderen Kontrollfahrt am Bahnhof.

Die ist allerdings gar nicht zuständig. Die Überwachung des ruhenden Verkehrs ist Sache des Kreises. Bisher, so Marc Trampe, Pressesprecher der Kreisverwaltung, habe es aber keine Anzeigen gegeben.

Zur Rechtslage erklärt Trampe: Laut Paragraph 30 der Straßenverkehrsordnung (StVO) sei es verboten, unnötig Lärm oder Abgase zu erzeugen. Eine Regelung, die auch für Taxifahrer gelte.

Allerdings: In der üblicherweise herangezogenen Rechts-Kommentierung von Beck zu Paragraph 30 der StVO heißt es: "Laufenlassen des Taxidieselmotors auf einige Minuten, um das Fz (Fahrzeug) zu heizen, auf einem Taxen standplatz mit erheblichem Lärm verletzt §30 StVO nicht."

Trampe: "Wenn jemand seinen Wagen eine halbe Stunde lang laufen lassen würde, wäre das natürlich etwas anderes."

Aber: Selbst wenn ein Fahrer oder Unternehmen ein Verwarnungsgeld zahlen müsste, hätte das Trampe zufolge keinen Einfluss auf die Konzession.

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