Ärger über Aus der Abfallfiebel

Zwei Jahre noch in „abgespeckter“ Version / Verteilung über Rathäuser denkbar

shz.de von
02. Januar 2018, 16:00 Uhr

Sie wird zum Jahresende an die Haushalte im Pinneberger Kreisgebiet verteilt. Kostenlos. Seit 34 Jahren. Doch jetzt steht die Abfallfibel des Kreises Pinneberg vor dem Aus. Und das sorgt für Ärger bei vielen Bürgern. Immerhin hat der Kreis Pinneberg eine kleine Gnadenfrist eingeräumt: In den kommenden zwei Jahren soll es eine „abgespeckte“ Version der Abfallfibel geben. Doch dann, so sieht es derzeit aus, wird das Heftchen endgültig beerdigt.

Mit der Fibel bietet der Kreis Pinneberg Informationen rund um das Thema Abfall. Es wird auf Recyclingmöglichkeiten hingewiesen, auf die Preise für private Anlieferungen in der Müllverwertungsanlage in Tornesch-Ahrenlohe, und vor allem gibt es den Abfuhrkalender. „Die 20-seitige Broschüre präsentiert das komplette Dienstleistungsangebot in Sachen Abfall“, betont auch der Bürgerservice der Pinneberger Kreisverwaltung.

Doch trotz dieses Eigenlobs will der Kreis Pinneberg den Service einstellen. Der Grund: Die Homepage des Kreises werde immer mehr genutzt. Viele Kunden seien es mittlerweile gewohnt, ihre Anliegen „am Laptop oder PC zu erledigen oder sich die Infos kurz über das Smartphone oder Tablet zu holen“, sagte Kreissprecher Oliver Carstens gegenüber unserer Zeitung. Und das ist natürlich billiger, als das Heft zu drucken und an die Haushalte zu schicken.

Vielen Bürgern passt das ganz und gar nicht. „Das ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Serviceverschlechterung“, meint beispielsweise Angela Traboldt, Vorsitzende der Pinneberger SPD-Fraktion. Helen Jones-Kerby, Leserin unserer Zeitung, ist „sprachlos und wütend“ über die Entscheidung des Kreises Pinneberg. Sollten die Bürger etwa gezwungen werden, sich ein Laptop zu kaufen, wenn sie erfahren wollen, wann ihr Müll abgeholt wird, fragt sie.

Erst einmal wird das nicht der Fall sein sein, beruhigt Carstens: „In den kommenden zwei Jahren werden wir mit einem inhaltlich veränderten Format – inhaltlich mit reduziertem Umfang – weiter Informationen als Drucksache an die Haushalte senden und vor allen Dingen die regionalen Abfuhrpläne weiter verteilen. Niemand braucht sich daher zu sorgen, dass er eventuell Abfuhrtermine verpasst.“

Nach Ablauf der Zwei-Jahres-Frist sei es möglich, so der Sprecher des Kreises Pinneberg weiter, den Kunden ohne Internetanschluss die Abfuhrpläne zuzuschicken oder in den Gemeinden, Rathäusern, Ämtern und Bürgerbüros auszulegen.

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