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Storch in Gross Offenseth-Aspern : Adebar kehrt zu seinem Horst zurück

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der erste Storch in Groß Offenseth-Aspern wurde gesichtet. Die Vögel kommen immer früher aus ihrem Winterquartier zurück.

von
erstellt am 18.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Groß Offenseth-Aspern | Der bekannteste Einwohner von Groß Offenseth-Aspern ist zurück: Der Storch ist gelandet und hat seinen Horst an der Dorfstraße wieder in Beschlag genommen. Noch ist er alleine. Sein Weibchen lässt noch auf sich warten. Nicht ungewöhnlich, wie Anke Raschke berichtet. Sie wohnt in Groß Offenseth und beobachtet den Storch schon seit über einem Jahrzehnt. „Er putzt jetzt erstmal den Horst heraus, dann kommt seine Frau nach“, sagt sie. In diesem Jahr sei der Storch wieder ungewöhnlich früh dran. „Normalerweise kam er immer erst Mitte März. Seit ein paar Jahren hat sich das geändert“, berichtet Raschke.

Die Beobachtung kann auch Uwe Peterson vom Naturschutzbund (Nabu) Schleswig-Holstein bestätigen. Er ist der Storchenexperte im Land. „Als ich vor 35 Jahren angefangen habe, sind die Störche erst Ende März gekommen“, berichtet der Referent für Storchenschutz beim Nabu. Es gebe mehrere Gründe für die Verschiebung der Ankunftszeit. Eine Möglichkeit: „Viele Störche ziehen gar nicht mehr ganz bis nach Afrika, sondern überwintern in Spanien, zum Teil auch in Frankreich. Wenn ihre innere Uhr sie dann wieder aufbrechen lässt, haben sie natürlich viele tausend Kilometer weniger zurückzulegen“, erläutert der Experte.

Sorgen müssen sich die Menschen um die Störche bei Kälte nicht. „Niedrige Temperaturen machen den Tieren nichts aus“, betont Peterson. Zum Problem könnte aber die Nahrungssuche werden. „Störche sind reine Fleischfresser. Wenn Seen und Böden gefroren sind, wird es für sie problematisch.“

Die Storchen-Population in Schleswig-Holstein ist übrigens steigend. Im vergangenen Jahr wurden laut Nabu landesweit 272 Paare gezählt. 185 von ihnen brüteten erfolgreich. „Insgesamt sind 418 Jungvögel ausgeflogen“, so Peterson. 2013 habe es durch die heftigen Regenfälle im Mai extrem viele tote Jungvögel gegeben. „Normalerweise sorgt ein Elternteil für Nahrung, das andere bleibt beim Horst und bewacht den Nachwuchs. Wegen der Witterung wurde das Nahrungsangebot knapp – so mussten oft beide Elternstörche auf die Suche gehen.“ Das habe nachweislich zu 161 toten Storchenbabys geführt. „Eine erschreckende Anzahl“, sagt Peterson.

In Groß Offenseth-Aspern hoffen die Storchen-Fans natürlich, dass ihr Paar in diesem Jahr Erfolg hat.

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