Abschiebestopp trifft auch Kreis Pinneberg

shz.de von
02. März 2017, 17:13 Uhr

Der Zoff zwischen der schleswig-holsteinischen Landesregierung und dem Bund um die Nichtabschiebung afghanischer Asylbewerber schlägt nun auch auf den Kreis Pinneberg durch. Denn auch hier können ausreisepflichtige Afghanen derzeit nicht abgeschoben werden. Sie bleiben erstmal hier – zumindest bis Mitte Mai. So lange gilt nämlich der Abschiebestopp des Landes.

Seit Mitte Februar schickt die schleswig-holsteinische Landesregierung, abgelehnte Asylbewerber aus Afghanistan erstmal nicht in deren Heimat zurück. Derzeit leben im Kreis Pinneberg 88 Menschen aus Afghanistan, die eigentlich ausreisepflichtig sind, teilte Kreissprecher Oliver Carstens auf Anfrage unserer Zeitung mit. Eigentlich. Bei den meisten von ihnen lägen andere Gründe vor, die eine Ausreise verhinderten, unter anderem hätten viele Menschen keine Papiere vorgelegt. Andere wiederum seien nicht anzutreffen gewesen.

Tatsächlich betroffen von dem Abschiebestopp der Landesregierung sind laut Carstens deshalb nur maximal zehn Prozent der 88 ausreisepflichtigen Afghanen.

Im vergangenen Jahr lebten laut Kreissprecher Carstens rund 500 ausreisepflichtige Menschen im Kreis Pinneberg. Allerdings würden viele auch wieder freiwillig ausreisen, sagt er. Im vergangenen Jahr hätten das rund 150 Menschen getan.

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